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Quote erat demonstrandum

Frau Ministerin Schröder fordert jetzt doch lautstark die Frauenquote im Management, der Grüne Till Steffen und die bayrische Justizministerin Beate Merk (CSU) zogen jüngst nach. Die Universität Innsbruck und das Institut für die Zukunft der Arbeit in Bonn publizierten jetzt eine Studie, die ganz klar zeigt, warum wir die Quote brauchen:

Frauen scheuen die Konkurrenz. Schon als dreijährige Mädchen schrecken sie vor Wettbewerb zurück. Die Armen.

Die Wissenschaftler testeten über 1000 Kinder und Jugendliche zwischen drei und 18 Jahren im Rechnen oder bei Wettläufen. Für Erfolge erhielten die Kinder Geld. Wettbewerbswillige konnten  ihren Verdienst so erhöhen. 40 Prozent der Jungs wählten den Wettkampf, nur 19 Prozent der Mädchen taten es ihnen gleich. In allen Altersgruppen lagen zwischen Jungs und Mädels etwa  15 bis 20 Prozentpunkten. Nie lagen die Mädels vorn.

Und darum, da werden Sie mir sicher alle zustimmen, brauchen wir die Quote. Oder wir schaffen endlich diese leidige Konkurrenz ab, da kann sie noch so gut fürs Geschäft sein.

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Hart wie ein Tisch, warm wie ein Kaffee

Wissenschaftler von der US-Universität Yale haben in einer Studie den Einfluss des Tastsinns auf unser Verhalten überprüft. Der Kontakt mit Gegenständen beeinflusst dieser Untersuchung zufolge unsere Urteile und Entscheidungen, egal ob wir mit harten oder weichen, mit schweren oder leichten, heißen oder kalten Dingen in Berührung kommen. Wer einen Becher heißen Tee in der Hand hat, gibt sich angeblich warmherziger als der mit dem kalten Wasserglas. Wer auf einem harten Stuhl  sitzt, argumentiert auch mit aller Härte.

Der Studienleiter sagt, die Ergebnisse zeigten, dass “unser Geist mit unserem Körper tief und organisch verbunden” sei. Soso.

Ich hätte da mal ein paar Fragen:

- Ist es nach diesen einschneidenden Erkenntnissen noch ratsam, zum Friseur zu gehen? Ich meine, da sind immer diese Leute, die permanent dem kalten Stahl ihrer tödlich scharfen und spitzen Scheren und Messer ausgesetzt sind. Da sind schnippische Bemerkungen ja noch das Harmloseste, was wir zu erwarten haben.

- Die gleiche Frage in Bezug auf Zahnärzte, Chirurgen, Metzger, Schreiner, Holzfäller etc. pp.?

- Ist der Umkehrschluss erlaubt? Ist es unmöglich, dass ein harter Entscheider einen weichen Anzug, womöglich mit einer Kaschmirbeimischung, trägt? Transformiert er durch die eigene Härte das Material, mit dem er sich umgibt? Ist die Geschichte vom König Midas gar keine Legende? Wird alles, was ein ThyssenKrupp-Manager anfasst, zu Stahl?

- Verändert ein Leben in Samt und Seide die Persönlichkeit? Müssten dann nicht Gefängniszellen für Gewalttäter nicht komplett aus Plüsch und Watte sein?

- Wurde während der Versuchsreihe gekifft?

- Hätte nach dieser Argumentation nicht die McDonald’s-Kundin, die vor Jahren für einen verschütteten heißen Kaffee Millionen Dollar an Schmerzensgeld kassiert hat, eigentlich gar keinen Schmerz empfinden müssen, sondern Wärme und Glück? Bekommt sie dann dafür Glücksgeld?

- Spielt ein Fußballer mit Schuhen aus weichem Leder automatisch weniger hart? Sollten Jogis Jungs da nicht lieber gleich mit Bauarbeiterstiefeln gegen England auflaufen?

- Millionen Männer bangen: Hat eine eisenharte Errektion beim sanften Sex überhaupt noch etwas zu suchen?

- Wenn ich bei einem Vorstellungsgespräch mit einem warmen Becher Kaffee in der Hand auf einem harten Stuhl sitze, der auf einem weichen Teppich steht, und dabei ein steifes Hemd und einen kratzenden Pullover trage – welche dieser Empfindungen treibt mich dann überwiegend? Oder stürzt mich diese Komplexität der Reize in einen unentrinnbaren Strudel der Verwirrung und letztlich des Wahnsinns? Das könnte viele Blackouts bei solchen Gesprächen oder bei Prüfungen erklären.

- In welcher Situation im Leben sind wir in der luxuriösen Lage, tatsächlich isoliert eine einzige Empfindung zu verspüren, und das so lang und anhaltend, wie etwa eine geschäftliche Verhandlung dauert?

Stünde diese Publikation nicht im renommierten “Science”-Magazin, wäre ich versucht zu glauben, die Titanic-Macher hätten es mal wieder bei “Wetten dass…?” versucht.

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Liebe im Schrank

Ein Mann hat in Aachen aus einem Kleiderschrank die Polizei gerufen, weil der Ex-Freund der Frau, mit der er sich gerade in deren Wohnung vergnügte, an die Tür bollerte und drohte, ihn “kalt” zu machen. Man stelle sich den Dialog am Telefon vor.

Männerstimme (flüsternd): “Hallo? Polizei? Kommen Sie schnell! Der will mich umbringen!”

Polizist: “Guten Tag. Können Sie bitte etwas lauter sprechen? Von wo rufen Sie an?”

Männerstimme (weiter flüsternd): “Aus dem Schrank.”

Polizist: “Wie bitte?”

Männerstimme (hysterisch flüsternd): “Aus dem SCHRA-HANK!”

Polizist: “Ah, ja. Wo genau …steht denn der …Schrank?”

Männerstimme (flüsternd): “In ihrer Wohnung.”

Polizist: “In meiner Wohnung?”

Männerstimme (flüsternd): “Nein, in der Wohnung von der Frau, mit der ich… Die mal mit dem… Haaach, nun kommen Sie halt! Luisenstraße 11. Hören Sie nicht, was hier los ist?!”

Andere Männerstimme (aus dem Hintergrund, brüllend): “Komm raus, du Sau! Ich mach dich kalt!”

Polizist: “Wie bitte?”

Männerstimme (flüsternd): “Das war ich nicht, das war DER! Der bollert gegen die Tür, o Gott, dass ist doch nur so billiges Sperrholz. Gleich ist er… Sie müssen bitte ganz schnell kommen, bitte! Oh Gott!”

Polizist: “Hallo?”

Frauenstimme: “Jetzt komm doch mal raus aus dem Schrank, das ist doch total albern. Mit wem telefonierst du da überhaupt?”

Männerstimme (normal sprechend): “Ist er weg?”

Frauenstimme: “Nein, aber du liegst mir ja die ganzen Sachen platt. Und die Schuhe, ooch, die neuen Sandälchen…!”

Andere Männerstimme (brüllend): “Ich mach dich kalt!”

(Leitung unterbrochen.)

Zwei Streifenwagen rückten aus. Bei Eintreffen der Polizei war der Ex-Freund weg und der neue Lover verdrückte sich auch ganz schnell. Die Frau blieb völlig cool, sie beklagte sich nur darüber, dass sie nun den Schrank aufräumen müsse.

Es ist ein Dschungel da draußen.

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Verwechseljahre des Mannes

Die so genannten Wechseljahre des Mannes gibt es nicht!

Schreiben zumindest Wissenschaftler im Edel-Fachblatt  New England Journal of Medicine nach einer Studie mit über 3000 Männern. Der Zusammenhang zwischen Testosteronmangel und Erscheinungen wie Müdigkeit, fehlender Leistungskraft und Antriebslosigkeit sei nicht verifizierbar. Nur drei Symptome seien tatsächlich Anzeichen für einen Mangel an Testosteron: das seltenere Auftreten von Morgen-Erektionen, ausbleibende sexuelle Fantasien und wiederkehrende Erektionsstörungen.

Das Männliche-Wechseljahre-Phänomen hat sich in den letzten Jahren zu einer regelrechten Epidemie unter mittelalten Männern ausgewachsen, jeder Mann Mitte 40, der sich ausgepumpt und müde fühlte, wurde nicht ganz selten besorgt zum Andrologen überwiesen und nicht ganz selten mit nicht ganz preiswerten Hormonpräparaten behandelt. Es gab viele Namen dafür, wie etwa: ADAM (Androgen Decline in the Aging Male) oder auch PADAM (Partial Androgen Decline in the Aging Male), auf deutsch also TMS (Testosteron-Mangel-Syndrom), das “Climacterium virile”, oder “Aging Male Syndrom”). Jetzt also wird diese schöne Gelddruckmaschine der Fälscherei entlarvt? Hammer.

Interessant wird es nun, wenn man sich anschaut, wie diese Nachricht weiter verbreitet wird.

Aha, rufen da die einen, alles ein Mythos, gesponnen von Ärzteschaft und Pharmaindustrie. Und fordern: Männer, kloppt die Hormonpillen in die Tonne! Testosteron schlucken, nur weil Sie sich ein bisschen schlapp fühlen – da schießen Sie mit Torpedos auf Schlafmützen. Schließlich ist die grundlose Einnahme von Testosteron eine uneinschätzbare Gefahr für das Herz, die Prostata und die Blutfettwerte

Schau, schau, bemerken die anderen: “Forscher entdecken erstmals Symptome für die männlichen Wechseljahre.” Nämlich? Genau: Das seltenere Auftreten von Morgen-Erektionen, ausbleibende sexuelle Fantasien und wiederkehrende Erektionsstörungen. Das versehen mit dem Hinweis: Diese Erkenntnisse könnten Ärzten bei der Entscheidung helfen, Testosteron-Therapien zu verschreiben.

Fragt Mann sich: Hab ich jetzt Wechseljahre oder nicht? Kriege ich jetzt mein Testo-Präparat noch? Schließlich strampele ich damit am Hang auch 30 Prozent schneller und am Wochenende ist ein Jedermann-Rennen…

Es ist unbestritten und wenig überraschend, dass sich die darbende Pharma-Industrie gerne auf diese typische Mangelerscheinung im Alter stürzt und aus dem natürlichen Testosteron-Schwund eine Krankheit macht. Da wird pathologisiert, bis der Rezeptblock ratscht.

Die Studie im New England Journal ist aber auch mit Vorsicht zu genießen. Denn darin wird nicht erklärt, warum etwa Prostata-Krebs-Patienten, die mit Testosteron-Unterdrückern behandelt werden, häufig über ähnliche Symptome klagen wie Frauen in den Wechseljahren: Gesichtsrötung, Schwächegefühl, Hitzewallungen. Ganz ohne Wirkung auf das allgemeine Wohlbefinden muss der Testosteronmangel also nicht bleiben.

Dennoch sollten Sie einen Tick optimistischer in die Zukunft sehen als Herbert Stumpf vom 50plusconsulting-Blog, der zu diesem Thema sagt: “Mit dem Alter kommt die Schwäche – und am Ende der Tod.”

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Steffen im Schwalbenländle

Natürlich ist das hier kein WM-Blog, und es soll auch gar nicht wirklich um Fußball gehen. Aber zu diesem Klops in der ARD-Live-Berichterstattung muss ich doch mal etwas loswerden.

Gerade durfte ich während meiner Mittagspause einen Teil des Spiels Chile gegen Honduras miterleben. Und konnte nicht fassen, wie der Reporter Steffen Simon die lupenreine Schwalbe eines chilenischen Spielers anerkennend mit den Worten kommentierte: “Das hat er clever gemacht.” Und nur wenige Minuten vorher sagte er exakt das Gleiche über einen Chilenen, der sich gezielt von einem Gegenspieler anrempeln ließ, um einen Freistoß zu bekommen. “Clever gemacht.” Soso.

Klopf, klopf am Reporterkopf: Hallloooo? Wohnt da wer? Glauben Sie, da schauen nur abgebrühte Fußballerwachsene zu? Und wollen wir wirklich fußballbegeisterten Kindern den Eindruck vermitteln, es sei CLEVER, sich in betrügerischer Absicht und sportsgeistloser Manier auf den Rasen plumpsen zu lassen, um einen Freistoß zu schinden? Wollen wir ihnen sagen, der Zweck heiligt die Mittel, und wenn man den Freistoß bekommt, dann war man halt CLEVER?

Ich weiß, ich weiß, es ist immer das Moralkeulenargument schlechthin, mit der Zukunft unserer Kinder zu kommen. Darum habe ich auch vom fälligen geharnischten Brief an den Intendanten abgesehen. ;-) Aber die Moralkeule wiegt ja nicht darum so schwer, weil der , welcher sie schwingt im Unrecht ist. Ich finde einfach, Sport muss Sport bleiben. Und Fairness siegt, immer. Auch wenn sie nach Toren unterliegt.

Ach so, klar: Für Schwalbenkönig Andi Möller war das natürlich ein innerer Reichsparteitag, was der Reportergott Simon da abgelassen hat.

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Der Robo-Flop

Ein US-Amerikaner hat einen Roboter entwickelt, der Übergewichtigen beim Abnehmen helfen soll. Einfach durch Ansprache und Motivation. Sie geben Ihre Abnehmziele ein, und “Autom”, so der Name des Roboters, hält Sie mit aufmunterndem Feedback bei der Stange. Außerdem versorgt er Sie mit Ernährungsratschlägen und -plänen.

Oder auch nicht.

Wie den Meldungen zu entnehmen ist, spricht das Gerät fließend Englisch, Kantonesisch und Mandarin. Mit einer Frauenstimme. Es ist  38 Zentimeter groß.

Begeben wir uns einmal direkt in den Alltag des übergewichtigen Facharbeiters Udo P. aus K. Er hat sich einen Autom “übers Internetz” bestellt und nennt ihn zärtlich “Fiffi”. Er will mit Fiffis Hilfe binnen 2 Monaten 5 Kilo abspecken  – “ersma langsam anfangen”. Er schaltet Fiffi ein, und Fiffi sieht ihn mit verständnisvollen blauen Augen an. “Da bin isch janz weisch jeworden und hab de Pizza drekt im Müll jetan.” So weit, so erfolgreich.

Und schon beginnen die Probleme. Kaum eingeschaltet, rollert Fiffi um die Füße des 1 Meter 90 großen und schwerfälligen Mannes herum und stößt Warnlaute aus, obwohl Udo nur mal auf die Toilette will. Es gibt Schwierigkeiten mit der Verständigung. Udo kann kein Englisch, der Verkäufer – ein Zwischenhändler in Österreich – schrieb ihm, das sei kein Problem. Er schrieb ihm nicht, dass er es dann mit Mandarin oder Kantonesisch versuchen müsse. Udo drückt beim Einschalten die Wahlmöglichkeit “English” einfach weg und dachte, “dat würd jetzt schon funktionieren”. Die chinesischen Schriftzeichen, die auf dem Display erschienen, hält er für “hübsche Schmuckdingens, so Verzierungen halt”. Aufgrund seiner Unfähigkeit, kantonesische Schriftzeichen zu entziffern, kann er auch die Lautstärkeregulierung nicht finden oder bedienen.

So sieht er sich jetzt einem 38 Zentimeter kleinen Monstrum mit blinkenden blauen Augen gegenüber, dass ihn mit einer viel zu lauten Frauenstimme auf Kantonesisch anschreit. “In meinen eigenen Wohnzimmer!” Eine Mikroprozessorsteuerung sorgt dafür, dass sich bei Nichtregulierung die Lautstärke und die Frequenz der Warnungen minütlich erhöhen. “Rischtisch rabiat wurde die, äh, der. Oder die oder dat?” Er ist sich natürlich nicht sicher, aber er versteht immer wieder das Wort “Fettsack”. (Wäre er des Kantonesischen mächtig gewesen, hätte er verstanden, dass Fiffi ihn nur immer wieder zur Eingabe seiner persönlichen Benutzerdaten aufforderte.)

In dem Bestreben, der Situation Herr zu werden, versucht Udo P., Fiffi zu greifen, um den Ausknopf zu betätigen. Fiffi ist auf Diätfluchten wie diese vorbereitet und rollert ihm flink zwischen den Beinen hindurch. Udo P. greift nach hinten unten und vernimmt ein lautes Knirschen aus dem Bereich der unteren Bandscheiben. Kurz darauf treibt ihn ein stechender Schmerz in eine tiefe Ohnmacht, aus der er erst in einem Zimmer für Kassenpatienten des nächstgelegenen Krankenhauses wieder erwacht.

Nachbarn waren auf seine Lage aufmerksam geworden, weil sie aus seiner Wohnung das laute Schreien “von so ner Ausländerin” und “so bollernde Geräusche” vernommen hatten. Die wegen des Verdachts der häuslichen Gewalt herbeigerufenen Polizisten fanden den leblosen Udo P. mit akutem Bandscheibenvorfall auf dem Fußboden – und Fiffi, wie sie unter lautem Geplärr immer wieder gegen die Balkontür rasselte. Ein Schuss, der sich nach Angaben eines Polizeisprechers “versehentlich löste”, zerstörte Fiffis zentrale Kontrolleinheit, sorgte aber für Ruhe. Udo P. will sich nach der Reha bei einem Fitness-Studio anmelden. Der österreichische Zwischenhändler bedauert den Vorfall sehr, sieht aber genau so wie der Hersteller in Hongkong keinen Anlass für Regressforderungen.

Hätte Udo P. sich mal an seinen alten Kumpel Horst D. gewandt. Der hat gerade mit einer Laufgruppe und dem Men’s-Health-Abnehm-Coach 6 Kilo verloren.

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Von Frauen und Mäusen

Ist das nun ein Beitrag zur Gleichberechtigung?

Die Wissenschaftler Irving Zucker und Annelies Beery (University of California, Berkeley) fordern, dass mehr weibliche Tiere zu Tierversuchen herangezogen werden. Bislang sei eine viel zu große Zahl Versuchstiere männlich.

Da geht natürlich ein Ruck durch die männliche Versuchstiergemeinde, da klopfen die im “Mehr Rechte für Mäuseriche e. V.” zusammengeschlossenen Mäusemänner auf die Tischchen, dass die Schale mit den Käsesticks hüpft. “Genau”, schreit Werner Haus-Maus, der Wortführer der Männerrechtsbewegung für Mäuse. “Sollen die Weibchen auch mal dran glauben, harhar!” Die Einsprüche einiger Mäuse-Feministinnen werden übertönt. Alice Schwanzer, die emanzipierteste Maus der westlichen Hemisphäre, warnt, man solle jetzt nicht in archaisches “Auge-um-Auge-Mausezahn-um-Mausezahn” verfallen, und nicht die in Jahrhunderten zähen Ringens errungenen Errungenschaften auf dem Feld der Emausipation… Aber es hört ihr keiner mehr zu. Der Mäuse-Mob tobt. Schon machen sich erste Computermäuseriche daran, euphorisierte E-Mails an die Wissenschaftler zu versenden, wobei denen dieses ganze Pieps-Pieps erstmal gar nichts sagt. Aber der Sturm der Begeisterung ist nicht mehr einzudämmen, erste “Aus-die-Maus!”-Rufe werden laut, ein Lynchmob schickt sich an, die erste Fuhre Versuchsmäuschen weiblichen Geschlechts gleich selbst beim Verband der pharmazeutischen Industrie anzukarren.

Aber so war das gar nicht gemeint.

Die Forscher bangen vielmehr um das Wohl weiblicher Menschen, da an ihren Bedürfnissen vorbeigeforscht würde. Frauen, so heißt es, profitierten viel zu wenig von der Forschung. “Oooch!” tönt aus da aus Millionen enttäuschten Mäusemäulern. “Bloß wegen der ollen Menschenweibchen. Na, DIE haben ja auch wirklich Probleme.” Die Demonstration löst sich ganz schnell auf, alle bringen schnell ihre Mäuse in Sicherheit, für die Menschen wollen sie dann doch nicht ihre Liebsten opfern.

Wer mag es ihnen verdenken? Angesichts der Tatsache, dass Männer im Durchschnitt immer noch 6 Jahre früher sterben als Frauen und viel häufiger als diese an schweren Erkrankungen leiden, stellt sich die Frage, ob die Benachteiligung nicht an anderer Stelle stattfindet.

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Soda geht das aber nicht!

In den USA steht angeblich eine flächendeckende Limonadensteuer kurz vor der Einführung. In einigen US-Staaten (Washington, Colorado) gibt es sie bereits, jetzt denken immer mehr Politiker laut darüber nach. Die Idee klingt zielführend und gerecht: Cola macht dick, Dicksein ist ungesund und belastet die Sozialsysteme, eine “soda tax” kann zumindest einige vom Konsum abschrecken. Eine prima Sache? Vielleicht.

Schwierig wird das Unterfangen, wenn man sich die Motivation anschaut: Nicht etwa die Sorge um die Gesundheit ihrer Bürger treibt die Mandatsträger um, sondern die maroden Staatshaushalte. Eine Cola-Abgabe soll Geld ins leere Säckel spülen. Sprich: Die Politik ist fortan darauf angewiesen, dass Leute weiter Zuckersuppe saufen! Es ist wie so oft: Mit einer hehren Begründung soll eine Steuer zur angeblichen Verbesserung der Lebensqualität eingeführt werden, die aber letztlich nur Finanzierungslöcher stopfen soll. Siehe bei uns: Ökosteuer, Tabaksteuer, Benzinsteuer. Wäre diese Steuer ausgabengebunden, sprich: würden die Mehreinnahmen tatsächlich komplett dem Gesundheitssystem zugute kommen, wollte ja niemand etwas sagen. Aber wer glaubt daran?

Es wird Zeit für ein paar Steuern, die wirklich nur den Leuten wehtun, die sie betreffen – und die anderen nur nützen. Aus aktuellem Anlass habe ich die folgenden Vorschläge erarbeitet:

- eine Politiker-Lügen-Steuer (zahlbar pro Lüge)

- eine Mineralölverseuchungssteuer (zahlbar pro ausgelaufenem Liter Öl)

- eine Bundespräsidentenwahlsteuer (zahlbar pro Kandidat bzw. pro vorschlagender Partei oder Gruppierung)

- eine wieder höhere Mehrwertsteuer für Hoteliers

- eine Polit-Sprüche-Steuer (zahlbar in bar, wahlweise in Westerwelle-Lire oder Pfund Gabriel)

- eine Fußballer-die-nicht-zur WM-fahren-aber-uns-doch-mit-Werbung-zumüllen-Steuer (nachdem Präsident Lula sich für ihn stark macht, ist noch nicht klar, ob Ronaldinho sie bezahlen müsste)

Für weitere Vorschläge bin ich natürlich offen.

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Rosaline und Blaumann

Wieder einmal befasst sich ein Buch aus der Neurobiologie mit der Frage, wie groß der  Unterschied zwischen Männlein und Weiblein denn tatsächlich ist. Die Antwort dieses Mal: eher klein. Die Antwort vor 5 Jahren: groß und bedeutsam. Die Antwort vor 3 Jahren: auch groß.

Die US-Neurobiologin Lise Eliot ist Autorin des  neuen Unterscheidungs-Buches “Pink Brain – Blue Brain“. Eine ihrer Kernthesen: Es gibt Unterschiede zwischen den Gehirnen von männlichen und weiblichen Säuglingen, aber die sind eher klein. Erst wegen der Reaktionen und Prägungen durch ihre Umwelt werden daraus unüberbrückbare Gräben. Weil wir auf das Mädchen als Mädchen ragieren, es pink einkleiden und ihm Puppen zum Spielen geben, wird es  zum Mädchen, es erfüllt damit quasi eine Maßgabe der Umwelt. Es fügt sich in sein Geschlecht. Gleiches gilt für Jungs mit Fußbällen und Baggern. Diese Annahmen sind weder neu noch revolutionär, schon Simone de Beauvoir formulierte sie 1949: “Man kommt nicht als Frau zur Welt, sondern wird dazu gemacht.” Es war wohl einfach mal wieder Zeit, etwas Gewicht auf diese Seite des Geschlechterkahns zu packen, damit der nicht auf der Unterschiedsseite kentert. Und doch erstaunt mich ein Satz von Frau Eliot. Sie sagt:

„Sex-Unterschiede sind eben einfach sexy.“

Natürlich wollen wir uns unterscheiden und abgrenzen. Aber das tun wir doch in erster Linie, um unsere Zugehörigkeit zu etwas anderem zu signalisieren. In erster Linie will der Mensch sich nicht abspalten, sondern irgendwo dazu gehören. Und die Identifikation mit dem eigenen Geschlecht ist da eine perfekte Möglichkeit: wenig Aufwand, große Gruppe. Man muss sich nicht erst mit Fanartikeln eindecken oder eine Dauerkarte kaufen oder einen Aufnahme-Antrag stellen, man ist einfach dabei und gehört dazu. Und vielleicht, nein: sogar ganz sicher fühlen sich ein paar Milliärdchen Menschen damit nicht ganz schlecht. Was ist der Grund dafür, dass diesen Menschen klargemacht werden soll, dass sie nur einem Konstrukt anhängen? Dass sie in einer globalen Sex-Matrix gefangen sind? Aus welchem Traum sollen wir erwachen – und was ist die Realität, die wir dann sehen?

Ich finde es immer ein wenig befremdlich, wenn auf Teufel komm raus nach Belegen dafür gesucht wird, dass Männer und Frauen doch irgendwie gleich sind. Ich frage mich: Was soll am Ende für eine Erkenntnis stehen? Angeblich ist das Genom der Kuh zu 80 Prozent mit dem des Menschen identisch. Bin ich jetzt fast eine Kuh? Könnte ich durch Einflüsse meiner Umgebung komplett zur Kuh werden? Oder ein Schimpanse (98,7 Prozent Gleichheit)? Dürfte ich als Schimpanse eine Kuh heiraten? Alles sehr schwierige Fragen.

Nun sind Mann und Frau beide Menschen und somit in diesem Sinne mutmaßlich genetisch zu 100 Prozent identisch – aber eben doch nicht gleich. Was nützt mir also die Information, dass ihre Gehirne nach der Geburt kaum Unterschiede aufweisen und erst durch die Umwelt in eine bestimmte Richtung gelenkt werden? Wird ein Mädchen, das mit Baggern spielt, ein Junge? Oder ein Mann? Müssen alle Babys mit Baggern und Puppen spielen? Heißt das, dass Babys in keinem Falle in die klischeemäßig korrekte Richtung gelenkt werden wollen? Und darum auch nicht sollten? Vielleicht würden sie es ja wollen, wenn sie schon etwas wollen könnten. Wer sagt, dass Babymädchen pinkfarbene Mützchen nicht ausstehen können? Und womit spielen eigentlich Kuhbabys? Werden sie Schimpansen, wenn sie mit Bananen gefüttert werden? Wird eine Kuh auf unzulässige Weise in eine Nicht-Schimpansen-Richtung gedrängt, wenn man sie mit Gras füttert? Müssten nicht alle Kühe zugleich mit Bananen und Gras versorgt werden?

Eine Forschung folgt, so glaube ich, in vielen Fällen einer Vision. Wenn die Forschung in gesellschaftlich so relevante Bereiche vordringt, frage ich mich, wie wohl die Vision dahinter aussieht. Wie soll ich mir  eine Welt vorstellen, in der alle Babys ohne jegliche geschlechtliche Prägung heranwachsen? Werden sie von Maschinen erzogen? Oder von maskierten Männern und Frauen mit Sprachverzerrer-Stimmen? Gehen die Jungs und Mädels mit 18 zum ersten Mal wählen und machen ihr Kreuzchen bei “Mann” oder “Frau”? Was ziehen sie am Wahltag an – Hose oder Rock? Und was verrät das über ihr Wahlverhalten? Müsste man sich an dieser Stelle nicht für das Wahlrecht mit 16 stark machen? Müssten die Babys nicht bereits mit 12 wählen dürfen, oder mit 11 oder 13, oder wann auch immer Schimpansen heute in die Kuhbertät kommen? Was sagt uns an dieser Stelle das wachsende Phänomen der Nicht-Wähler?

Natürlich spricht aus all diesen Es-gibt-keinen-Unterschied Forschungen eine Sehnsucht nach Gleichheit, auf politischer und gesellschaftlicher Ebene absolut richtig und erstrebenswert – nur darf biologische Gleichmacherei die Folge sein? Warum darf es Multi-Kulti geben, aber nicht Multi-Sexi? Es geht doch, wie gesagt, nicht einfach darum, sich vom anderen Geschlecht abzugrenzen, sondern in erster Linie darum, sich im eigenen wohl  fühlen zu können. Und warum, liebe NeurobiologInnen, entscheidet sich die Geschlechtlichkeit eigentlich ausgerechnet im Gehirn?

Selbstverständlich spricht auch aus den Es-gibt-sehr-wohl-Unterschiede-Forschungen etwas: Das Bedürfnis, die Welt einzuteilen, in Schubladen einzuordnen, Kategorien zu schaffen und sich und die Welt zu sortieren. Beide Bedürfnisse sind zutiefst menschlich. Also bitte, machen Sie weiter mit Ihrer Bedürfnisbefriedigung, liebe Forscher. Beide Modelle verkaufen sich schließlich bei verwirrten Menschen auch extrem gut.

Genau so wie die Bibel.

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Kriegen Marsmänner die Regel?

In den 80er und 90er Jahren gab es diese Cartoon-Sammelbände mit dem Titel “Wenn Männer ihre Tage haben”. Jetzt soll sich ausgerechnet bei einer russischen Marsflug-Simulation zeigen, ob an dem Spruch wirklich etwas dran ist.  Die Probanden sind anderthalb Jahre lang in einer Art Big-Brother-Container interniert, der ein Raumschiff auf dem Weg zum Mars darstellen soll. Dabei wird unter anderem überprüft, ob und in welchem Rahmen sich bei den Männern regelmäßig wiederkehrende Hormonschwankungen zeigen – also eine Art “Periode” des Mannes. Bekannt ist bislang nur, dass es bei Männern zyklische Schwankungen im Steroidhormonhaushalt geben kann – nicht, wie sich diese auswirken.

Liebe Wissenschaftler: Wenn sich bei den Beteiligten Stimmungswechsel zeigen, möchte ich als Begründung nicht unbedingt sofort zyklische Hormonschwankungen heranziehen. Warum? Hmm.

Überlegen Sie mal: Sechs erwachsene Männer sind eineinhalb Jahre lang auf engstem Raum zusammengepfercht, haben keinen Kontakt zu anderen Menschen außer über Funk, der auf die wachsende “Entfernung” von der Erde mit immer größeren Verzögerungen bei der Übertragung reagiert, am “weitesten” Punkt über 20 Minuten. 520 Tage lang dürfen die sechs männlichen Teilnehmer ihr Theaterkulissen-Raumschiff nicht verlassen, alle Mahlzeiten sind streng reglementiert, kein Sport, kein Tageslicht, keine Frauen. Jeder Pups wird überwacht. Und die ganze Zeit wissen sie: Da draußen, nur wenige 100 Meter von hier, sind Leute, die das Tageslicht genießen, die Platz haben,  die Alkohol trinken,  die mit anderen Menschen reden, die Frauen sehen oder sogar anfassen dürfen. UND WIR SITZEN HIER IN DIESER DRECKSHÜTTE VON PSEUDO-RAUMSCHIFF UND FRESSEN ASTRONAUTENNAHRUNG!!!

Ganz ehrlich, unter diesen Bedingungen würde ich auch meine Tage kriegen. Stündlich. Selbst wenn ich gar keine Hormone in mir hätte.

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