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Sex-Ausrede: Geht nicht, ich habe Kopfschmerzen!

Ach ja, das Glutamat!

Ach ja, das Glutamat!

Sie können und wollen diesen Satz nicht mehr hören – oder lesen. Und doch muss ich ihn jetzt noch einmal wiederholen:

“Liebling, heute nicht, ich habe Migräne.”

Der Grund, aus dem ich Ihnen diese Sex-Ausrede Nr. 1 noch einmal zumute, ist einfach: Forscher haben jetzt herausgefunden, dass es zum einen höchstwahrscheinlich starke genetische Faktoren in der Entstehung von Migräne gibt. Zum anderen fanden die Wissenschaftler allerdings Hinweise darauf, dass es eine Verknüpfung zwischen der Zunahme von Glutamat im Gehirn und dem Volksleiden Migräne gibt.

Glutamat, verstehen Sie?

Wo ist das immer drin? Genau.

Also ist jetzt nix mehr mit: Vorher schön beim Asiaten essen gehen! Sie wollen die Sex-Ausrede doch nicht auch noch à la carte bestellen, oder? ;-)

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Einschlafhilfe: Fritjof und die Kuscheltiere

Der Teddy im Manne

Der Teddy im Manne

Kürzlich enthüllte die Studie einer britischen Hotelkette intimste Details aus dem männlichen Gefühlszoo. Angeblich nehmen 35 Prozent aller befragten britischen Männer immer noch ein Kuscheltier mit ins Bett. Ein Viertel nimmt ein solches Schlafviech sogar mit auf Reisen. Angeblich erinnert es sie an zuhause und schafft ein Gefühl der Geborgenheit. Mag ja stimmen. Geschenkt. Aber warum darüber reden?

Ich will hier gar keine Front eröffnen gegen die Forderung, dass Männer auch mal Gefühle zeigen sollen. Dass Kerle auch mal weiche Züge statt harte Kante nach außen kehren sollen. Alles gar keine Frage. Auch ich habe mir schon einmal bei einer Romantic Comedy die Augenwinkel auswischen müssen. Aber hallo, liebe Brit-Boys: Teddybären? Kuscheltiere? Auf Reisen? Also: öffentlich? Und dann auch noch in einer Umfrage zugeben? Verheerend! Was ist der nächste Schritt, liebe Freunde von der Insel – dass jeder so ein Frottee-Tierchen am Rucksack baumeln hat, wie ich sie häufiger bei Teenagern sehe? Oder gleich mehrere? T-Shirts mit Pferde-Motiven? Handtaschen?

Ich meine, klar dass die Jungs mit den Three Lions nach dem WM-Achtelfinalspiel gegen Deutschland abends jemanden zum Ausheulen brauchten – versteht jeder. Und wahrscheinlich hätte es seinem Image auch gar nicht weiter geschadet, wenn David Beckham seinen Kuschelbären direkt auf der Ersatzbank an sich gedrückt hätte. Aber die WM ist seit Wochen vorbei. Jetzt geht es nicht mehr um verlorene Fußballspiele, jetzt heißt es gleich: 35 Prozent aller MÄNNER – nicht aller Briten – nehmen ihre Kuscheltiere mit ins Bett. Der Imageschaden ist beträchtlich. Wie unsexy ist das bitte – ein Mann mit Bär? Ja, genau: Geht gar nicht.

Also wenn Sie etwas zum Kuscheln benötigen, liebe Männer, nehmen Sie ein Sofakissen. Gibt’s auch in Hotels. Oder schauen Sie die Frau von der Rezeption mit ganz knuddeligem Hundeblick an, damit Sie heute Nacht ihr Kuscheltier sein können. Aber bitte: Im Bett Finger weg von toten Tieren – mit oder ohne Knopf im Ohr.

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Nomen est Noten

Armer Justin. Armer Kevin.

Kriegen in der Schule nichts gebacken. Sind sie wirklich so doof? Nein, sagt jetzt eine Studie. Es liegt nur an ihren Vornamen. Lehrer bewerten Jungen mit Ghetto-Vornamen anders als Alexanders, Philipps und Maximilians. Was sich in einer Vorgängerstudie im letzten Jahr schon anhand von Vorverurteilungen abzeichnete, wird in der neuen Untersuchung jetzt bestätigt: Sogar bei exakt gleichen Antworten bekommt Kevin unter Umständen eine schlechtere Punktzahl für seine Antwort als Alexander. Ein Lehrer kommentierte das dereinst mit den Worten: “Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose.” Für Mädchennamen wie Chantal oder Mandy ließ sich die These vom Bewertungsnachteil allerdings nicht bestätigen. Egal, es gilt jetzt, unsere Jungs vor dem Schlimmsten zu bewahren.

Was leiten sich aus diesen erschütternden Erkenntnissen für Sie für Folgeentscheidungen ab? Ein paar Tipps und Ideen:

- Benennen Sie Ihre Söhne nicht nach aktuellen Film- oder Popstars, insbesondere Kinderstars. Größtes Gefahrenpotenzial haben zur Zeit Vornamen wie Jimi Blue, Wilson Gonzalez oder einfach: Ochsenknecht.

- Wählen Sie auch keine Politikernamen wie Sigmar oder Frank-Walter – das könnte zu Benachteiligungen bei der Klassensprecher-Wahl oder bei der Zusammenstellung der Mannschaften auf dem Fußballplatz führen.

- Verzichten Sie möglichst auch auf Fußballernamen, womöglich ist die Mitfahrt zur Klassenreise nach Südafrika in Gefahr!

- Achten Sie bei der Auswahl des Namens darauf, sich nicht von Phänomenen leiten zu lassen, die in 10 Jahren längst nicht mehr so hip sind wie heute. Iphone Müller ist genau so blöd wie Ipad Meier. Dann schon lieber Zeitloses wie Red Bull Rieder oder Audi Aumann.

- Finger weg von der Fremdsprachenkiste! Mahatma Dusel klingt blöd und wird bloß missverstanden (“Mahatma Dusel, mal hat man ihn nicht.”). Und besser als Mehmet Scholl geht einfach nicht. Auch die scheinbar zukunftsträchtige Wahl eines chinesischen Namens funktioniert nur bedingt. Sie meinen, der Kleine findet dann eher Arbeit, wenn wir mal zum Reich der neuen Mitte gehören? Mag sein. Aber wissen Sie, was man in China so verdient? Im übrigen kann so etwas auch nach hinten losgehen. “Zhen” etwa klingt so nett nach Zen und Entspannung, bedeutet aber eher Schock oder Erschütterung. Schock Müller?

- Vorsichtig im  Umgang mit vermeintlichen Unikaten! Häufig entpuppen sich gerade diese spätestens im Kindergarten als peinliche Trendnamen – siehe Paul und Lili. Idealer Test: Fragen Sie bei einem Lätzchenbesticker oder einem Baby-Hemdchen-Bebügler, welche Kindernamen im letzten Monat so am meisten weggegangen sind. Davon dann weiten Abstand halten!

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Du bist in Ordnung, Mann!

Männer sind ja sooo unordentlich.

Und manchmal sind Frauen die besseren Männer. Dazu eine kleine Alltagsbeobachtung:

Ein großes, so genanntes wohlsortiertes Buchgeschäft in Hamburg, Abteilung Sachliteratur. Eifriges Stöbern, Suchen, Lesen. Inmitten des Büchergewurmes wendet sich eine Buchhändlerin mit zur Hälfte ratlosem, zur anderen Hälfte genervtem Unterton an ihre Kollegin:

“Sag’ mal, hast du eine Ahnung, wo ‘Die Kunst des Aufräumens’ (Rowohlt Verlag) geblieben ist?”

Es dauerte ein paar Sekunden, dann musste ich mein breites Grinsen hinter einem Regal verbergen. Schließlich sackte ich lachend hinter einen Bücherstapel.

Großartig.

Hätte sie das Buch mal gelesen!

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Gebraucht-zurück-Manie

Liebe Männer, bitte bestellen Sie nicht online eine teure Klobürste, benutzen sie 10 Tage und schicken sie dann wegen Nicht-Gefallens zurück. Das tut man nicht.

Machen Sie auch nicht? Gut so – aber irgendwer muss es machen, sonst würden sich die Online-Händler nicht so massiv über die Rücksende-Manie ihrer Kunden beklagen. Demnach befanden sich unter den gebraucht zurück geschickten Produkten Lippenstifte, Abendkleider, Kontaktlinsen – und eben auch WC-Bürsten.

Fehlen eigentlich nur noch Unterhosen und Windeln. Wie kommt man auf so eine Idee – wenn man nicht gerade den Online-Händler persönlich überhaupt nicht leiden kann? Und was schreibt man in den Retourenschein unter “Grund für die Rückgabe”? Ein paar Ideen:

- Getragenes Abendkleid: “Statt meiner Freundinnen Susi, Anna, Nico, Tina, Lara, Sonja, Petra, Carolin und Ulle hat jetzt doch nur die Nico geheiratet – dafür lohnt sich doch kein ganzes Kleid, oder? P. S.: Bei Ulle sieht es noch ganz gut aus,  aber wenn, dann erst im nächsten Frühjahr. Ich melde mich dann wieder.”

- Benutzter Lippenstift:  “Sieht auf den Badezimmerspiegel ganz anders aus als wie auf die Bilder in Internetz.” Oder schlicht: “Schmeckt nicht.”

- Laufschuhe: “Eignen sich doch nicht für die Schlamm-Schotter-Mist-Melange bei mir hinterm Hof.”

- Kontaktlinsen: Haben schon nach 10 Tagen angefangen zu brennen, obwohl ich sie immer schön sauber gelutscht habe.”

- WC-Bürste: “Sie sehen es ja selbst, zwischen den Borsten bleibt immer alles hängen.”

Na, Mahlzeit – und ein schönes Shopping-Wochenende!

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Die Wissenschaft beweist: Arm – aber sexy

Die Wissenschaft wird ja nicht müde, uns Männern neue Gründe bzw. Ausreden fürs Fremdgehen zu liefern.

Zu “Hasi, Männer wollen einfach mehr Sex als Frauen, das ist wissenschaftlich erwiesen.” und “Liebling, Männer müssen ihre Nachkommenschaft streuen, das ist genetisch bedingt.” kommt jetzt: “Schatz, ich muss es  tun, du verdienst eben einfach zu viel.”

Sie sagen: Häh? Aber es stimmt: Eine Studie mit fast 2600 Männern und Frauen an der Cornell University im US-Staat New York zeigte, dass Männer umso mehr zu Seitensprüngen neigen, desto besser ihre Partnerinnen verdienten. Männer, die gar kein eigenes Geld nach Hause brachten, gingen mit 5-mal höherer Wahrscheinlichkeit fremd als Kerle, die einkommensmäßig mit ihrer Liebsten gleich auf lagen.

Es liegt auf der Hand zu sagen: na, die Jungs hatten eben einfach zu viel freie Zeit. Aber wie sich herausstellte, neigen auch Männer mit einem extrem viel höheren Einkommen als dem ihrer Partnerin zum Fremdsex – mutmaßlich, weil etwa Manager auf Geschäftsreisen dazu häufig Gelegenheit haben. Was eine weitere schöne Ausrede ist: “Herzchen, die sind alle in diese Bar rein, auch der CEO, da kann ich doch nicht einfach allein zurück ins Hotel fahren.”

Es ist doch ein Kreuz. Da kämpfen wir und unsere Freundinnen von der Feministischen Front (FFF) seit Ewigkeiten dafür, dass der Mann mehr Aufgaben im Haushalt übernimmt und beruflich kürzer tritt – und schon treibt es dieser Lump mit der Postbotin. Und der Nachbarin. Und der Paketbotin. Zurück ins Büro kann man ihn auch nicht schicken, weil er dann wieder mit dem CEO in die Sissy-Bar geht. Es sei denn, ja genau: Es sei denn, er verdient exakt genau das gleiche wie seine Frau. Voilà! Das ist es.

Die Forderung darf gar nicht lauten: mehr Frauen in die Aufsichtsräte. Sie muss lauten: Mehr Frauen von Aufsichtsräten in die Aufsichtsräte! Mehr Zahnarztfrauen in die Zahnarztpraxis! Nicht Herr oder Frau, sondern Herr UND Frau Bundeskanzler! Thomas Gottschalk heiratet oder adoptiert Michelle Hunziker! Die Deutsche Fußballnationalmannschaft der Herren und die Deutsche Fußballnationalmannschaft der Damen fusionieren. Die Tour de France wird mit Tandems gefahren. Ab sofort wird alles nur noch paarweise besetzt, alle Männer und Frauen verdienen das Gleiche, es herrscht absolute Gleichberechtigung, niemand geht mehr fremd.

Und es wird endlich Geld für relevante Forschung ausgegeben.

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Geld für Fett

Was kosten 10 Kilogramm Menschenfleisch? Keine Ahnung. Aber angeblich würden eine Menge Leute 100 Euro dafür bezahlen, diese Kilos loszuwerden. Ein Abnehm-Portal hat 2.000 seiner Leser gefragt, wie viel Geld sie bereit wären dafür zu bezahlen, wenn sie 10 Kilo abnehmen könnten. 31 Prozent der Befragten sagten: 100 Euro. 11 Prozent würden sogar 5oo Euro ausgeben, 9 Prozent 1.000.

Da würde mich interessieren, wie die Befragung genau aussah, welche Aspekte des Abnehmens abgeklopft wurden. Es wäre ja schön, mal eben 100 Euro abzudrücken und am nächsten Morgen – pling! – schlank wieder aufzuwachen. Wenn man aber Amputationen als Möglichkeit ausschließt, passiert das in der Regel so nicht. Wissen die Leute, dass sie neben dem Bezahlen auch noch ordentlich Sport treiben, ihre Ernährung komplett umstellen und sich an alle Vorgaben diszipliniert halten müssen – und das oft über Monate, wenn nicht Jahre? Und wissen sie auch, dass der Wille, das durchzuhalten, nicht zu kaufen ist – und schon gar nicht für 100, 500 oder auch 1.000 Euro?

Eine Großzahl der Befragten hat das dann auch klar begriffen: 48 Prozent sagten, sie würden für das Abnehmen von 10 Kilogramm lieber gar nichts bezahlen, sondern sich an kostenlose Methoden halten. Noch eine Idee: Das neue Men’s Health-Heft kaufen. Kostet gerade mal 4 Euro und hat bei konsequenter Anwendung eine nicht zu unterschätzende Langzeitwirkung.

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Von wegen: Mal schön auf die Arbeit gehen

Eine schöne Frau als Bulldozer-Fahrerin – das passt nicht? Stimmt. So sehen das laut einer US-Studie wenigstens viele Menschen. Management-Professorin Stefanie Johnson von der Business School an der University of Colorado (Denver) behauptet, dass gerade attraktive Frauen bei als “maskulin” angesehenen Jobs wie Bauaufseher oder Ingenieur, Forschungsleiter oder Finanzdirektor, benachteiligt werden. Gut aussehende Männer würden dagegen nicht signifikant anders behandelt als weniger hübsche. In der Studie wurden den befragten Bewerbungsunterlagen mit Foto vorgelegt. Bei Jobs wie Rezeptionistin oder Sekretärin bevorzugten die Studienteilnehmer gut aussehenden Frauen  – bei Stellen im Bereich Sicherheit oder Transport, wie etwa Gefängniswache oder Lastwagenfahrer, wurden die Schönheiten jedoch abgelehnt, auch wenn sie laut lebenslauf theoretisch dafür geeignet wären.

Daraus folgern die Studienmacher und einige Kommentatoren vor allem zwei Dinge:

- Männer nutzen immer noch ihre Position, um Frauen aus bestimmten männerdominierten Bereichen der Arbeitswelt fernzuhalten.

- Frauen werden in klassisch männerbestimmten Bereichen nach wie vor diskriminiert.

Auch ich glaube, dass diese beiden Thesen zutreffen – aber ich halte diese Studie für einen denkbar schlechten Beleg. Nicht weil es sich hier mit Ursache und Wirkung nicht tatsächlich so verhielte. Nein, sondern weil die Studie sich selbst diverse Beine stellt:

- Wenn bei der Bewerberauswahl eine als nicht-schön eingestufte Frau gegenüber einer als schön klassifizierten Frau den Vorzug erhält – an welcher Stelle wurde dann eine Frau diskriminiert, weil sie eine Frau ist? Wo erhielt ein Mann einen Vorteil? Wenn das schon eine Diskriminierung sein soll, dann im Sinne von Äußerlichkeiten – und da haben sonst doch wohl die Unansehnlichen eher das Nachsehen, egal ob Mann oder Frau. Es gibt tiefschürfende Forschung zu dem Thema, wie das Aussehen die Karriere beeinflusst. Noch nie hat sich wer beschwert, dass er einen Job nicht bekommen hat, weil er zu gut aussieht. Also ist das Ergebnis ein erfrischendes Gegenbeispiel zur sonstigen Diskriminierung.

- Die Studienmacher warnen davor, dass einige Frauen aufgrund ihres guten Aussehens zwar Jobs bekommen können, für das gutes Aussehen eine Rolle spielt – also etwa Rezeptionistin oder Sekretärin – aber keinen Zugriff auf solche Jobs haben, wo äußerliche Aspekte nicht als wichtiges Kriterium angesehen werden. Da möchte ich mal vorsichtig fragen: Wie viele explizit als schön zu bezeichnende Frauen bewerben sich außerhalb drittklassiger Hollywood-Streifen wirklich auf Posten als Gefängniswärter, Abschleppwagenfahrer und meinetwegen Baustellen-Polier? Keines dieser Gewerbe ächzt unter einer zu hohen Anzahl weiblicher Bewerber, vor allem nicht von Supermodels. Insofern mag die Studie irgendwo eine wahre Aussage treffen – aber sie findet keine Entsprechung in der Realität.

- Und wenn die – sicherlich nicht nach den Kriterium “erfahrener Personalchef” ausgewählten – Probanden eher eine reife Frau mit breitem Kinn und platter Nase als eine apart zurechtgemachte Mittzwanzigerin zum Schließerdienst auf dem Hochsicherheitstrakt eingeteilt haben, könnten sie vielleicht auch Beschützerinstinkte oder Klischees über die Fähigkeit, sich der eigenen Haut zu erwehren, dazu bewegt haben. Aber keine frauenunterdrückerischen Macho-Motive.

By the way: Management-Professor an der Uni Denver klingt doch eigentlich auch nach einem typisch maskulinen Beruf mit Glatzen- und Doppelkinn-Pflicht, oder? Wie unglaublich schön die anderen Anwärter dafür waren, kann man nur mutmaßen

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Abschied auf italienglisch

Wahrscheinlich sagte ich es bereits: Dieses ist kein Fußball-Blog. Dafür habe ich viel zu wenig Ahnung von den Geschehnissen um den runden Rasen und das grüne Leder.

Aber manchmal weisen die Ereignisse über die Stadionränge hinaus – so wie jetzt das Farewell des italienischen Trainers der englischen Fußballnationalmannschaft an David Beckham. Vor Anpfiff des Freundschaftsspiels der Three Lions in Wembley gegen Ungarn sagte Coach Fabio Capello gestern einem Fernsehsender: “Ich denke, er (Beckham, d. Red.) ist inzwischen ein wenig zu alt. Danke, David.” Damit war Becks raus aus der Nationalmannschaft. Arrivederci.

Und Capello hatte vorher nicht einmal mit dem Betroffenen gesprochen.

Das ist hart. Jau. Aber es könnte Schule machen. Statt eines langen persönlichen Abschiedsgesprächs einfach zwei Sätze in irgendeine vorbeigehaltene Kamera – und tschüs. Wird schon ankommen. Ein paar Vorschläge, wo das noch passen würde:

- “Ich denke, sie hat einfach keinen Plan. Danke, Angie.”

- “Ich denke, er hätte auch ohne das Zeug ein toller Radfahrer werden können. Danke, Lance.”

- “Ich denke, sie wissen jetzt, wo Island ist. Danke, U21.”

- “Ich denke, wir haben jetzt alles gesehen. Danke, Brangelina.”

- “Ich denke, sie wissen bei Nachfragen, wo Sie uns finden. Danke, Google.”

- “Ich denke, sein Vorgänger hat ihm gezeigt, wo die Tür ist. Danke, Christian.”

Das Problem ist: Wer hat schon die Macht, die dafür sorgt, dass ein solcher lapidar hingesprochener Satz auch die erwünschten Konsequenzen hat? Da sind wir wieder bei der Notwendigkeit von Volksentscheiden, am besten weltweit. Online. Und diese Sätze stehen dann einfach auf den Buttons, auf die wir klicken müssen.

- “Ich denke, er hatte seinen Spaß. Danke, Jenshealth.”

Klick.

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Keine Bewegung!

So, da bin ich wieder. War wohl kurz ins Sommerloch geplumpst. Oder ich bin der hier in Hamburg herrschenden allgemeinen Inaktivität zum Opfer gefallen, die gerade die DKV und die Sporthochschule Köln in einer Studie entdeckt haben. Allen Bundesländern wird darin ein Gesundheits- und Fitnesszeugnis ausgestellt – und nicht allen ein gutes.

In den publizierten Daten sind viele Horror-Nachrichten versteckt. Etwa: 40 Prozent der Deutschen erfüllen beim Thema Bewegung nicht einmal die Mindestanforderungen der WHO (30 Minuten moderate Bewegung an fünf Tagen der Woche, jeweils mindestens zehn Minuten am Stück).

Angeblich führen nur 14 Prozent der mehr als 2500 Befragten ein rundum gesundes Leben. Und der Hammer: Frauen sind in dieser Gesund-Gruppe fast doppelt so stark vertreten wie Männer. Klingt komisch? Wird noch besser: Männer treiben laut Studie sogar im Durchschnitt deutlich mehr Sport – trotzdem liegen sie insgesamt gesundheitlich hinten. Denn Frauen ernähren sich gesünder, und bei ihnen ist die “Gesamtaktivität” höher, sprich: die Summe aus Arbeit, Transport und Freizeit. (Nein, die Aktivität der Sprechwerkzeuge wird nicht gesondert erhoben.) Faule, verfressene Männer also, aha.

Was machen wir daraus? Sollten Sie also öfter mal mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren und Ihrer Liebsten das Auto überlassen? Kann nicht schaden – aber wahrscheinlich fährt sie eh lieber weiter mit ihrem eigenen Wagen. Außerdem bin ich mir irgendwie sicher, dass bei der Studie nicht allzu viele Men’s-Health-Leser teilgenommen haben. Wie sonst ist es zu erklären, dass bei 44 Prozent der Befragten Übergewicht festgestellt wurde?

Interessant ist, dass die Sachsen sowohl bei der körperlichen Aktivität Spitzenreiter sind – als auch beim Übergewicht. Wie soll das gehen? Essen die beim Training einfach weiter? Schokolade beim Fußball? Fit mit Chips? Nein, sagen die Studien-Autoren. Zu viel körperliche Arbeit, was zu wenig Abwechslung bietet, und zu wenig Sport. Sowie natürlich die falsche Ernährung. Sprich: Man kann noch so ranklotzen – wenn es abends immer nur Buletten gibt, wächst die Wampe. Okay, akzeptiert. Trotzdem: Wer will den Sachsen vorwerfen, dass sie hart arbeiten? Und danach auch ordentlich etwas essen wollen?

Jedenfalls verwässern die Zahlen aus Sachsen ein wenig den Wert der Studie. Denn wie soll ein Aufbäumen durch die Hamburger Truppen gehen, die in puncto Inaktivität erbärmlich als Letzte abschnitten, wenn sie immer noch sagen können: “Pffft. Die Sachsen bewegen sich vieeeel mehr als wir – und sind trotzdem zu dick.”

Na, wenigstens ich habe mich jetzt mal aufgerafft, wenn auch die Nutzung der Schreibwerkzeuge ebenfalls kein expliziter Teil der “Gesamtaktivität” ist.

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