Zwei Meldungen vom Ende letzter Woche zeigen das Dilemma, in dem unser Geschlecht steckt:
- Männer geben immer mehr auf sich Acht.
- Männer achten zu wenig auf sich.
Häh? Genau.
Der erste Satz bezieht sich auf die Nachricht, dass der Verkauf von Männerkosmetik mächtig angezogen hat. Crèmes gegen Augenringe und Fältchen haben anscheinend Hochkonjunktur.
Hinter dem zweiten Satz verbergen sich die Abgründe, die der erste Männergesundheitsbericht aufzeigt. Männer gehen immer noch seltener zum Arzt als Frauen, sterben viel häufiger an Krankheiten, die Frauen überstehen oder gar nicht erst bekommen. Auch und gerade psychische Leiden tragen Männer nicht in die Praxen sondern viel zu oft mit sich selbst aus.
Was machen wir aus diesen News? Anstatt mit Depressionen und Schlafstörungen zum Psychologen zu gehen, kaufen wir uns lieber eine Crème gegen die daraus resultierenden Augenringe? Nee, Männer, so geht das nicht. Erst zum Arzt, dann in die Drogerie. Auch mal eine Pflege betreiben, die unter die Haut geht.
Eine Anmerkung noch zum Männergesundheitsbericht: Es ist schon bemerkenswert, dass die Politik die Erstellung eines solchen Berichts über Jahre verweigert hat und sich nun in Person von Frau Schröder betroffen über die Ergebnisse desselben äußert. Ist das nicht auch eine Art von Kosmetik, nämlich an der eigenen Arbeit?
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Auf diesen Seiten bloggt Jens Clasen, Textchef von Men's Health, über Männer-