Wieder haben sich Politik und Wirtschaft nicht auf einen Fahrplan zur Frauenquote einigen können. Das nennt sich dann gemeinsamer Gipfel von Wirtschaft und Politik. Die einen mauern, die anderen versuchen mit Sprengattacken die Mauern zu beseitigen. Dazwischen händeringend Familienministerin Schröder, die bereits mit Minimalkompromissen an den Hardlinern scheitert. An die Debattierenden ein paar kleine Tipps:
- An die Frauen (vertreten durch Geheimkanzlerin Ursula von der Leyen): “Fighting fire with fire” mag Ihre Devise sein, liebe Frau von L., aber was in der Brandbekämpfung manchmal funktioniert,verfängt hier nicht. Sie mögen mit kantigen Ellenbogen und markigen Sprüchen Ihren Weg in der Politik gemacht haben, aber Machomethoden mit Machomethoden auszutreiben, das vertieft hier nur die Gräben, in denen bereits jetzt alle liegen – und sich auf Seiten der Arbeitgeber auch schon behaglich eingerichtet haben. Warum nicht mal mit finanziellen Anreizen winken? Mehr staatliche Unterstützung für innerbetriebliche Kinderbetreuung und Teilzeitmodelle etwa? Einfach mal Türen öffnen, anstatt sich den hübsch frisierten Kopf an uralten Mauern einzurennen.
- An die Männer (vertreten durch fast alle Aufsichtsräte und Vorstände deutscher DAX-Unternehmen): Jungs, ich versteh euch ja. Aber ihr werdet euch dem Wandel der Zeiten nicht ewig entgegenstemmen können. Und wisst ihr, was einem blüht, wenn man zu lange an seinem Sessel klebt? Man wächst fest, wie wir heute auf unappetitliche Weise erfahren durften.
Also, bitte alle mal lockermachen und einigen.
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Auf diesen Seiten bloggt Jens Clasen, Textchef von Men's Health, über Männer-