Der wohl häufigste Grund, aus dem Männer schlechte Laune bekommen, ist nicht, wie oft vermutet, die Tatsache, dass ihr Leben kein Pornofilm ist. Es ist auch nicht eine offene oder geheime Sympathie für den 1. FC Köln. Männer bekommen in erster Linie schlechte Laune, weil eine Frau sie mit dieser Frage nervt: “Warum ziehst du denn so eine Fresse?” Darauf folgt die Frage: “Was ist denn jetzt schon wieder?” Und schließlich: “Natürlich bist du schlecht gelaunt, ich sehe doch, wie du GUCKST!” Dabei hatte der Mann ursprünglich nur nachdenklich-sinnierend in die Welt geblickt und dabei sein Gesicht in den “Neutral”-Modus geschaltet. Aber den kennen Frauen nicht. Neutral ist immer gleich schlecht. Wer nicht die ganze Zeit happy-go-lucky-derbe-geil-gelaunt in die Welt frohlockert, der kann ja nur übel gestimmt sein. Folge des Generves: Der Mann bekommt tatsächlich schlechte Laune.
Als wäre das noch nicht schlimm genug, bekommt das Ganze jetzt noch eine genetische Komponente. Frauen haben nämlich genetisch bessere Voraussetzungen, glücklich zu sein, wie jetzt eine Studie zeigte. Das Gen Monoaminoxidase A, kurz MAOA, führt bei Frauen zu einer allgemein positiveren Stimmung. Bei Männern gibt es dieses Gen zwar auch, aber es wirkt sich nicht in der gleichen Weise aus. So viel zum Thema Gleichberechtigung – das Glück ist unter den Geschlechtern schon von Natur aus ungleich verteilt! Da können Sie so viel MAOAM essen, wie Sie wollen. Diese Ungerechtigkeit ist nun ein wirklich guter Grund schlechte Laune zu bekommen.
Na, was soll’s. Immerhin wissen Sie jetzt, was Sie zu Ihrer Angebeteten sagen können, wenn die mal wieder an Ihrer Laune herummäkelt: “Mein lieber Monoaminoxidase-Hase, nun mach mal halblang! Es kann ja nicht jeder genetisch auf Glück gepolt sein.” Und dann nehmen Sie sich Ihr naturgegebenes Recht auf eine genetisch bedingte Dreckslaune und kosten sie voll aus.
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Auf diesen Seiten bloggt Jens Clasen, Textchef von Men's Health, über Männer-