Forscher haben männliche DNA im Gehirn von toten Frauen gefunden. Neiiin, das war es nicht, woran sie gestorben sind. Die Frage, wie die DNA dorthin gelangte, war auch ziemlich schnell geklärt: Bei Frauen, die ein männliches Baby austragen, wandert fötale DNA des Kindes ins Gehirn und bleibt dann da. Nein, dazu ist keine Kopfschwangerschaft nötig, das passiert über den Blutkreislauf. Und jetzt? Die Forscher finden es interessant, dass es in so vielen Fällen – 63 Prozent der untersuchten Frauen – möglich war, dass die Zellen die Blut-Gehirn-Grenze überschreiten konnten.
Ich hingegen finde es interessant, dass es offenbar relativ normal ist, dass Frauen männliche DNA im Kopf haben – und dass sie uns Männer trotzdem nicht verstehen. Das ist ein bisschen wie bei einer Schulbibliothek in Berlin-Neukölln: Das Material ist da, es wird nur nicht genutzt.
Aber andererseits bin ich ganz froh, dass diese Gen-Schnipsel da einfach nur herumdümpeln und zu nichts nutze sind. Stellen Sie sich mal vor, jede Mutter eines Jungen würde plötzlich zu einer hellseherischen Männerversteherin – dann hätten wir ja gar keine Geheimnisse mehr! Es wäre wie im Film “Was Frauen wollen” mit Mel Gibson – nur umgekehrt und auf breiter Basis. Jungenmütter würden von Polizei und Behörden als Ehebrecher-Lügendetektoren eingesetzt, oder als Spürnasen, die geheime Spiel- und Striplokale aufstöbern. Sie könnten unsere Gedanken lesen – und wir umgekehrt wären in Bezug auf weibliches Denken genauso doof wie bisher.
Das soll aber nicht heißen, dass ich mir weibliche DNA in meinem Gehirn wünsche. Ich will mir auch gar nicht vorstellen, wie sie dahin gelangen sollte. Ich denke vor allem an die verheerenden Folgen. Ich meine jetzt nicht nur in Bezug auf Fußball-Wetten, rückwärts Einparken oder ein Maschinenbaustudium. Wenn ich weibliche DNA im Kopf hätte, könnte ich womöglich dieses Blog nicht mehr schreiben! Und das wollen wir doch alle nicht, oder?
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Auf diesen Seiten bloggt Jens Clasen, Textchef von Men's Health, über Männer-