powered by

Tag: JensHealth tagged with 'abnehmen'

Hunger vor Liebe: Frauen lassen sich auf mehr Diäten ein als auf Männer

Frauen machen zu viele Diäten. Das wissen wir, und das allein ist schon nervig genug. Vor allem, weil wir Männer diese Kalorienzählerei und Jeden-Tag-Kohlsuppe-Manie so oft mitmachen müssen. Aber jetzt stellen neue Zahlen dieses Phänomen in einen völlig anderen Zusammenhang. Der Umfrage eines britischen Nahrungsergänzungsmittel-Herstellers zufolge haben Frauen nur halb so viele Sexpartner wie sie Diäten hinter sich bringen. Im Durchschnitt, so die Ergebnisse, geht eine Frau in ihrem Leben mit 8 Männern ins Bett (nacheinander, Anm. d. Red.), kämpft sich aber durch 16 Diäten.

Wow. Das nenne ich mal einen neuen Weltrekord im Äpfel-mit-Birnen-Vergleichen. Ich meine, was kommt als nächstes? Frauen gehen öfter ins Bad als sie Schokolade essen? Ein Mann trinkt in seinem Leben mehr Liter Bier als er Blind Dates hat? Und wie messe ich ein Blind Date in Litern? Das hängt wahrscheinlich stark davon ab, wie viele Diäten meine Blind-Date-Partnerin schon hinter sich hat – bzw. wie erfolgreich diese waren.

Überhaupt: Was soll diese Umfrage den Frauen sagen? Hüpft mal lieber mit mehr Männern ins Bett, um eure Hunger-Hüpf-Ratio zu verbessern? Sex macht schlanker als Diät? Wer öfter hungert, ist weniger geil? Oder: isst weniger geil? Natürlich ließe sich auch eine andere Botschaft daraus lesen. Denn: Welche Frau macht öfter Diät? Genau: Eine, die öfter bei der vorherigen Diät gescheitert ist. Und welche Frau hat weniger Sex-Partner: eine, die erfolgreich Diät gehalten hat oder eine, die eher weniger erfolgreich …? Ich will das hier gar nicht weiter auswalzen. Ich will aber sagen, dass in dieser Statistik ein wichtiger Punkt fehlt: Der Kohlsuppen-K.O.-Quotient. Wenn es schon um Hungern und Partnerschaft geht, ist doch neben der Frage, wie viele Diäten eine Frau gemacht hat, vor allem eines interessant: Wie oft ist einer Frau wegen ihrer ganzen Diäten schon der genervte Mann weggerannt?  Ich sage immer: Lieber eine Frau mit 10 Pfund mehr als eine mit 10 Diäten im Jahr. Denn diese ganzen Essperimente machen Männer wahnsinnig. Da entpuppt sich die Trennkost schlussendlich ganz oft im Wortsinn als Trenn-Kost.

Mit Hormonen auf Spatzen schießen – Testosteron-Spritzen zum Abnehmen?

Glauben Sie an ein Sixpack-Medikament? Vielleicht sind wir gar nicht so weit davon entfernt. Eine Abnehm-Injektion soll es ja jetzt angeblich geben.

Ein Forscherteam präsentierte nämlich gerade auf dem “European Congress on Obesity” in Lyon eine Studie, die belegen soll, dass Testosteron-Spritzen übergewichtigen Männern beim Abnehmen helfen. Als ich das hörte, hatte ich sofort die Idee zu einer Studie, der zufolge das Schlucken von Flüssigzement bei Durchfall hilft. Wenn da nur nicht diese dummen Nebenwirkungen wären…

Aber wir wollen ja sachlich bleiben.

Fakt ist, dass das Herumhantieren mit Hormonpräparaten kein Doktorspielchen ist. Fakt ist auch, dass die beste Methode, übergewichtige Männer zum Abnehmen zu kriegen eine gesunde, ausgewogene Ernährung plus Sport, Sport und nochmals Sport ist. Fakt ist, dass sich mit dieser Methode für die Pharma-Industrie kein Geld verdienen lässt. Fakt ist weiterhin, dass sich mit Hormonpräparaten und Hormonersatztherapien für die Pharma-Industrie sehr wohl Geld verdienen lässt, und zwar jede Menge. Und darum ist auch der Fakt nicht weiter verwunderlich, dass diese Studie von einem Pharma-Hersteller finanziert wurde, der genau solche Hormon-Produkte in seinem Portfolio hat.

Ich sage: Finger weg von dem Zeugs. Ehe Sie mit Hormonen auf Spatzen schießen, lieber die Laufschuhe anziehen und flitzen statt spritzen. Und nicht alles glauben, was auf Kongressen erzählt wird.

Geld für Fett

Was kosten 10 Kilogramm Menschenfleisch? Keine Ahnung. Aber angeblich würden eine Menge Leute 100 Euro dafür bezahlen, diese Kilos loszuwerden. Ein Abnehm-Portal hat 2.000 seiner Leser gefragt, wie viel Geld sie bereit wären dafür zu bezahlen, wenn sie 10 Kilo abnehmen könnten. 31 Prozent der Befragten sagten: 100 Euro. 11 Prozent würden sogar 5oo Euro ausgeben, 9 Prozent 1.000.

Da würde mich interessieren, wie die Befragung genau aussah, welche Aspekte des Abnehmens abgeklopft wurden. Es wäre ja schön, mal eben 100 Euro abzudrücken und am nächsten Morgen – pling! – schlank wieder aufzuwachen. Wenn man aber Amputationen als Möglichkeit ausschließt, passiert das in der Regel so nicht. Wissen die Leute, dass sie neben dem Bezahlen auch noch ordentlich Sport treiben, ihre Ernährung komplett umstellen und sich an alle Vorgaben diszipliniert halten müssen – und das oft über Monate, wenn nicht Jahre? Und wissen sie auch, dass der Wille, das durchzuhalten, nicht zu kaufen ist – und schon gar nicht für 100, 500 oder auch 1.000 Euro?

Eine Großzahl der Befragten hat das dann auch klar begriffen: 48 Prozent sagten, sie würden für das Abnehmen von 10 Kilogramm lieber gar nichts bezahlen, sondern sich an kostenlose Methoden halten. Noch eine Idee: Das neue Men’s Health-Heft kaufen. Kostet gerade mal 4 Euro und hat bei konsequenter Anwendung eine nicht zu unterschätzende Langzeitwirkung.

Der Robo-Flop

Ein US-Amerikaner hat einen Roboter entwickelt, der Übergewichtigen beim Abnehmen helfen soll. Einfach durch Ansprache und Motivation. Sie geben Ihre Abnehmziele ein, und “Autom”, so der Name des Roboters, hält Sie mit aufmunterndem Feedback bei der Stange. Außerdem versorgt er Sie mit Ernährungsratschlägen und -plänen.

Oder auch nicht.

Wie den Meldungen zu entnehmen ist, spricht das Gerät fließend Englisch, Kantonesisch und Mandarin. Mit einer Frauenstimme. Es ist  38 Zentimeter groß.

Begeben wir uns einmal direkt in den Alltag des übergewichtigen Facharbeiters Udo P. aus K. Er hat sich einen Autom “übers Internetz” bestellt und nennt ihn zärtlich “Fiffi”. Er will mit Fiffis Hilfe binnen 2 Monaten 5 Kilo abspecken  – “ersma langsam anfangen”. Er schaltet Fiffi ein, und Fiffi sieht ihn mit verständnisvollen blauen Augen an. “Da bin isch janz weisch jeworden und hab de Pizza drekt im Müll jetan.” So weit, so erfolgreich.

Und schon beginnen die Probleme. Kaum eingeschaltet, rollert Fiffi um die Füße des 1 Meter 90 großen und schwerfälligen Mannes herum und stößt Warnlaute aus, obwohl Udo nur mal auf die Toilette will. Es gibt Schwierigkeiten mit der Verständigung. Udo kann kein Englisch, der Verkäufer – ein Zwischenhändler in Österreich – schrieb ihm, das sei kein Problem. Er schrieb ihm nicht, dass er es dann mit Mandarin oder Kantonesisch versuchen müsse. Udo drückt beim Einschalten die Wahlmöglichkeit “English” einfach weg und dachte, “dat würd jetzt schon funktionieren”. Die chinesischen Schriftzeichen, die auf dem Display erschienen, hält er für “hübsche Schmuckdingens, so Verzierungen halt”. Aufgrund seiner Unfähigkeit, kantonesische Schriftzeichen zu entziffern, kann er auch die Lautstärkeregulierung nicht finden oder bedienen.

So sieht er sich jetzt einem 38 Zentimeter kleinen Monstrum mit blinkenden blauen Augen gegenüber, dass ihn mit einer viel zu lauten Frauenstimme auf Kantonesisch anschreit. “In meinen eigenen Wohnzimmer!” Eine Mikroprozessorsteuerung sorgt dafür, dass sich bei Nichtregulierung die Lautstärke und die Frequenz der Warnungen minütlich erhöhen. “Rischtisch rabiat wurde die, äh, der. Oder die oder dat?” Er ist sich natürlich nicht sicher, aber er versteht immer wieder das Wort “Fettsack”. (Wäre er des Kantonesischen mächtig gewesen, hätte er verstanden, dass Fiffi ihn nur immer wieder zur Eingabe seiner persönlichen Benutzerdaten aufforderte.)

In dem Bestreben, der Situation Herr zu werden, versucht Udo P., Fiffi zu greifen, um den Ausknopf zu betätigen. Fiffi ist auf Diätfluchten wie diese vorbereitet und rollert ihm flink zwischen den Beinen hindurch. Udo P. greift nach hinten unten und vernimmt ein lautes Knirschen aus dem Bereich der unteren Bandscheiben. Kurz darauf treibt ihn ein stechender Schmerz in eine tiefe Ohnmacht, aus der er erst in einem Zimmer für Kassenpatienten des nächstgelegenen Krankenhauses wieder erwacht.

Nachbarn waren auf seine Lage aufmerksam geworden, weil sie aus seiner Wohnung das laute Schreien “von so ner Ausländerin” und “so bollernde Geräusche” vernommen hatten. Die wegen des Verdachts der häuslichen Gewalt herbeigerufenen Polizisten fanden den leblosen Udo P. mit akutem Bandscheibenvorfall auf dem Fußboden – und Fiffi, wie sie unter lautem Geplärr immer wieder gegen die Balkontür rasselte. Ein Schuss, der sich nach Angaben eines Polizeisprechers “versehentlich löste”, zerstörte Fiffis zentrale Kontrolleinheit, sorgte aber für Ruhe. Udo P. will sich nach der Reha bei einem Fitness-Studio anmelden. Der österreichische Zwischenhändler bedauert den Vorfall sehr, sieht aber genau so wie der Hersteller in Hongkong keinen Anlass für Regressforderungen.

Hätte Udo P. sich mal an seinen alten Kumpel Horst D. gewandt. Der hat gerade mit einer Laufgruppe und dem Men’s-Health-Abnehm-Coach 6 Kilo verloren.