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Skandal beim Seitensprung-Portal: Betrugshelfer betrügen Betrüger

Als die Nachricht auftauchte, dass die Seite des Ehebruch-Vermittlers Ashley Madison gehackt wurde und zig Millionen sensible Nutzerdaten veröffentlicht wurden, gab es wohl zwei vorherrschende Emotionen: Schadenfreude bei denen, die das Angebot nicht genutzt hatten – und die blanke Angst bei denen, die es taten. Nun wird erst die ganze Dimension des Skandals erkennbar, die Geschäftsmethoden des Betrüger-Vermittlers werden von Anwälten als ebenfalls betrügerisch gebrandmarkt. Wie sich zeigt, mussten Kunden, die kalte Füße bekamen, für die Löschung ihrer Daten Sondergebühren berappen – das ist nichts anderes als Erpressung. Die angeblich gelöschten Daten waren dann aber doch noch auf den Servern der Firma – und wurden jetzt mit verbreitet. Außerdem stellte sich gerade heraus, dass es auf den Seiten von Ashley Madison – wie von vielen schon gemutmaßt – kaum “echte” Frauen gibt. Dennoch fürchten jetzt viele Betrüger die Enttarnung und damit die Zerstörung ihrer Familien.

Selbst schuld? Hm. Mir vergeht da glatt die Schadenfreude. Der Punkt ist hier nämlich nicht der Seitensprung und die vermeintlich gerechte Strafe dafür. Dass Mann und Frau einander betrügen und hintergehen ist so alt wie die Liebe selbst. Dass sie dabei möglichst eine Methode wählen, die unkompliziert ist und die Chancen minimiert, entdeckt zu werden, ist nur menschlich. Dass es ohne Hacker rauskommt, ist eher die Regel als die Ausnahme – aber dann bleibt es wenigstens in der Familie und bekommt nicht den Anschein des organisierten, bandenmäßigen Betruges. Das eigentlich Verwerfliche ist doch, dass es überhaupt Anbieter geben darf, die diesen Betrug professionell organisieren helfen. Die sogar das systematische Hintergehen von Ehepartnern als Lifestyle-Errungenschaft feiern: “Das Leben ist kurz. Gönn’ Dir eine Affäre!” lautet der Werbespruch von Ashley Madison. Wissen die gar nicht, wie viele verletzte Gefühle sie in ihrer Fabrik produzieren? Ich finde es widerlich, dass diese Anbieter ihren Kunden einreden, das sei alles cool und ganz normal, kein Grund für ein schlechtes Gewissen. Wenn dann doch jemand ein schlechtes Gewissen bekommt und seine Daten wieder löschen will, verdienen die Kuppler damit auch noch Geld – und lügen die Kunden über die Löschung an. Es sollte nicht erlaubt sein, mit der wohl unvermeidlichen Niedertracht der Menschen auf diese sehr wohl vermeidliche niederträchtige Art Geld zu verdienen.

Klar, alle diese Menschen sind erwachsen und wissen, was sie tun. Und mir ist auch bewusst, dass es Beziehungen gibt, bei denen die Luft raus ist, die Partner aber zusammenbleiben wollen und sich deswegen gegenseitig Freiräume für die sexuelle Selbstentfaltung gewähren. Geschenkt. Das sind die wenigsten, und die kämen sicherlich auch ohne Betrugsportale klar – es gibt ja genügend Foren für so etwas. In den meisten Fällen werden aber mit Hilfe der Seitensprung-Portale nichts ahnende Menschen hintergangen, und das bleibt eine Schweinerei. Muss es denn für jede Schweinerei gleich ein passendes Online-Portal geben, das Geld damit scheffelt, die Organisation zu erleichtern und die Schweine zusammenzubringen? Es ist natürlich nicht gesetzlich verboten fremdzugehen. Aber es ist auch grundsätzlich nicht verboten, sich per Internet-Chat zum gemeinschaftlichen Suizid zu verabreden. Trotzdem reagieren wir da sofort und sagen: Das geht aber nicht! Muss denn immer gleich jemand sterben, bis wir uns erinnern, was sich gehört und was nicht? Na ja, darauf müssen wir möglicherweise gar nicht mehr so lange warten. In Kanada untersucht gerade die Polizei, inwieweit zwei Selbstmorde direkt mit dem Ashley-Madison-Skandal verknüpft sind. Die Abgründe haben gerade erst angefangen, sich aufzutun.

Je weniger Frauen vorhanden sind, desto mehr wollen Männer heiraten

Wenn Sie eine First-Class-Frau kennen lernen, so eine richtige Supergranate – wissen Sie dann sofort, ob sie nur eine kurze Affäre mit ihr wollen oder den Rest Ihres Lebens mit ihr verbringen? Und machen Sie diese Entscheidung abhängig davon, wie viele andere attraktive Frauen sich gerade im Raum befinden? Eine neue Studie von der University of Utah behauptet das jedenfalls. Die Forscher sagen, dass Männer in Situationen, in denen attraktive Frauen knapp sind, eher nach langfristigen Beziehungen suchen. Wenn hingegen viele potenzielle Paarungspartnerinnen verfügbar sind, wächst beim Manne die Bereitschaft zum Abenteuer und zum schnellen, unverbindlichen Sex. Das Angebot bestimmt also die Form der Nachfrage.

Das klingt zunächst wie damals auf Klassenfahrt, wo es nur die süße Sabine gab, und alle Jungs wollten mit ihr gehen. Ist ja auch plausibel, es erinnert an normales Konsumverhalten: Ist reichlich von einem Gut da, wird der Umgang damit verschwenderisch. Wird die begehrte Ware knapp, steigt die Bereitschaft, mehr zu investieren, und der Umgang wird konservativer. Aber natürlich stimmt da etwas nicht. Zunächst mal sind Frauen gar keine Ware. Und dann muss man sich das mal praktisch vorstellen: Sind auf einer Party 30 Männer, und nur eine Frau, wollen alle Kerle die eine sofort heiraten? Nein, da spielen sicherlich noch andere Faktoren eine Rolle. Zum Beispiel, wie die Konkurrenz aufgestellt ist, ob man die gleichen Filme mag – und vor allem: was die Frau will. Die Studie geht nämlich davon aus, dass Frauen grundsätzlich und immer lange, feste Beziehungen anstreben. Das muss aber gar nicht so sein. Schließlich haben wir gerade durch eine andere Studie von der University of Ottawa erfahren, dass auch Frauen nicht nur auf der Suche nach Langzeit-Beziehungen sind, sondern auch gerne mal einfach so aus Spaß mit einem Mann ins Bett steigen.

Dennoch scheint mir die Angebot-Nachfrage-Studie gut in eine Zeit zu passen, in der es durch Partnerbörsen und Dating-Apps ein solches Überangebot an potenziellen Partnern gibt, dass alle immer meinen, sich eine Hintertür offenhalten zu müssen. Bloß nicht zu früh festlegen! Wenn ich mir diese Profilseiten-Kataloge anschaue, denke ich schon manchmal, dass Menschen dort irgendwie zur Ware werden. Wie scannt Mann dieses Riesenangebot, wie findet er heraus, welche Frau die Eine, die Wahre, die Richtige ist? Wie legt er sich fest? Nun, sicherlich nicht übers Internet. Dafür müssen Sie schon da rausgehen und mit den Frauen reden, sie riechen, sie vielleicht mal vorsichtig berühren. Und Sie brauchen eine hochpotente – allerdings auch hochsensible – Suchmaschine, die schon seit Jahrtausenden im Einsatz ist, und die durch keine App und keine Studie ersetzt werden kann. Sie nennt sich: Gefühl. Viel Glück!

 

“Oh, ja, tiefer!” Frauen finden Männer mit tiefer Stimme attraktiv, aber was wollen die eigentlich damit machen?

Wenn Sie eine tiefe Stimme haben, kriegen Sie jede Frau rum. Man könnte einschränkend hinzufügen: Aber nur für kurze Zeit. Denn einige Studien deuten darauf hin, dass Frauen Männer mit Bass-Stimme nur für One-Night-Stands oder kürzere Affären bevorzugen. Aber eine neue Untersuchung hat jetzt wiederum gezeigt, dass diese Einschätzung vor allem von Frauen stammt, die von vornherein glaubten, dass Männer mit tiefer Stimme eher untreue Hallodris sind - und darum wollten sie mit denen auch nur ein kurzes Techtelmechtel. Egal: Frauen finden Männer mit tiefer Stimme jedenfalls sehr attraktiv.

Das ist schön – vor allem für Männer mit tiefer Stimme. Aber was ist mit all jenen, die nicht mit einem Barry-White-Organ gesegnet sind? Kommen die nun für keines von beidem mehr in Frage – weder für Affäre noch für lebenslänglich? Und was machen Frauen eigentlich mit einem Mann mit tiefer Stimme? Lassen die den stundenlang vorlesen? Oder ihren Anrufbeantworter von ihm besprechen? Was macht eine tiefe Stimme überhaupt mit der Frau? Ich muss da immer an “Alien Nation” denken, diesen Science-Fiction-Thriller aus den späten 80ern. Die Außerirdischen in diesem Film summen sich beim Sex gegenseitig Rücken und Nacken an, das macht die total rollig. Ist es das, was Frauen wollen? Von hinten angebrummt werden? Da bekommt der Ausspruch: “Oh ja, tiefer, tiefer!” eine ganz neue Bedeutung. Oder wollen die einfach nur, dass wir beim Singen unter der Dusche klingen wie Barry White?

Egal, was die tiefe Stimme angeblich bewirkt – sie kann nicht mehr sein als ein Punkt auf der Sympathie-Checkliste. Meine Meinung: Es ist immer noch wichtiger, was Sie sagen, als mit was für einer Stimme. Raunen Sie einer fremden Schönheit doch mal mit Bass-Voice ins Ohr: “Darf ich dich mal von hinten anbrummen?” Ich behaupte: Da gehen Ihre Erfolgschance gen Null. Sagen Sie lieber mit normaler Stimme: “Das Kleid (Make-Up, Oberteil, Brillengestell) steht dir wirklich supergut!” Das kommt viel besser. Achtung: Auch hier ist eine gewisse Tiefe wichtig. Nicht in der Stimme – sondern dass Sie es zutiefst ehrlich meinen!