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Tag: JensHealth tagged with 'Aggression'

Werden Sie jetzt nicht gleich rot im Gesicht! Oder doch – denn die Frauen stehen drauf

Bekommen Sie leicht einen roten Kopf? Oder haben Sie dauerhaft einen? Dann springen Sie jetzt in die Luft und schreien “YEAH!” Denn: Eine Studie will gerade belegt haben, dass Frauen auf Männer mit roten Gesichtern stehen.

Es empfiehlt sich aber wie immer, die Studie zu Ende zu lesen. Bevor Sie sich mit Power-Treppensteigen, Schnaps-Kuren und Luft-Anhalten dem Rotkopf-Ideal anzunähern versuchen, möchte ich warnen: Es geht nicht um eine komplett rote Rübe, sondern nur um eine leichte Rötung, die so genannte “gesunde Gesichtsfarbe”. Die signalisiert nämlich dem Unterbewusstsein, dass dieser Mann fit und stark ist. Zu viel rot wird eher als Zeichen von Wut und Aggression ausgelegt. Beim Sonnenbaden statt Lichtschutzfaktor Bratfett auf die Stirn zu schmieren ist also keine Option, um mehr Mädels abzukriegen – es sei denn, Sie stehen auf die Krankenschwestern in der Hautklinik.

Egal, wie Sie im Gesicht aussehen, eines ist ganz klar: Ein leichtes Erröten, wenn eine unbekannte Schönheit Sie anspricht, ist in keiner Weise schlimm!

Männerspaß: Frauenhass?

Sind Sie eitel? Geradezu selbstverliebt? Gar ein Narzisst? Vorsicht! Das kann schnell zu Aggressionen gegen heterosexuelle Frauen führen. Das legt eine US-Studie nahe, die uns gestern auf den Tisch flatterte.

Die Untersuchung der Kent State University offenbarte, dass sich Feindseligkeit  narzisstisch veranlagter Männer in erster Linie gegen Hetero-Frauen richtet, also deutlich mehr als gegen hetero- oder homosexuelle Männer oder auch gegen lesbische Frauen. Letztere fanden die Narzissten sogar ganz nett. Schwule Männer hingegen waren ihnen mehr oder weniger gleichgültig.

Überrascht uns das?

Also, das mit den Lesben nur bedingt – es wäre zu klären, welche Vorstellungen von “Lesbisch-Sein” hier bei den Probanden vorherrschten. Finden sich in den Köpfen die Bilder von Gleitmittel schlürfenden Sappho-Girls, wie sie riegenweise durchs Internet geistern, ist es schon nachvollziehbar, dass die Männer diesen gegenüber eine “positive Haltung” einnehmen. Ob nun narzisstisch oder nicht. Nein, ernsthaft: Dieses Ergebnis ist sicherlich mit der Haupterkenntnis eng verbunden, dass heterosexuelle Narzissten vor allem heterosexuelle Frauen anfeinden.

Dass sich “feindselige Gefühle bei narzisstisch veranlagten Männern in den meisten Fällen gegen heterosexuelle Frauen richten” ist küchenpsychologisch rasch erklärt: Hassen, was man(n) liebt. Ein uraltes Dilemma, meist darin begründet, dass der Liebende nicht bekommt, was er begehrt –  im Allgemeinen und/oder im Speziellen – nichtsdestotrotz aber die Macht spürt, die die unerfüllte Liebe oder Begierde über ihn hat. Das kann so einen ausgewachsenen Narzi schon fuchsen. Da kriegt er einen Hals auf seine vergeblich Angebetete – und verhältnismäßig schnell auf deren ganze Clique. Entsprechend gering ist allerdings auch die Gefahr, dass sich sein hassliebender Blick auf eine lesbische Frau richtet – sie entspricht schlicht nicht seinem “Beuteschema”.

No surprise so far.

Sehr überraschend ist allerdings, dass diese Untersuchung unter “104 Studenten einer großen amerikanischen Universität im Mittleren Westen, mit einem Durchschnittsalter von 21 Jahren” als repräsentativ für die Männer der Welt angesehen wird. Ist der Durchschnittsamerikaner nicht vielleicht einen Tick narzisstischer als Menschen aus anderen Teilen der Welt? Neigen junge Männer nicht grundsätzlich eher zu übersteigerten Gefühlsäußerungen – seien es nun Frauenhass oder narzisstische Tendenzen? Und haben die Begriffe Hass und Aggression nicht auch in den USA eine etwas andere Bedeutung als etwa in Nordeuropa? Spielen die Amis nicht auch Football? Und spielen die nicht anderswo auch gern mal Krieg?

Also, lassen Sie sich nicht einreden, dass Sie einen Hass auf Frauen haben, nur weil so ein paar US-College-Boys ihre Hormone nicht im Griff haben.