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Tag: JensHealth tagged with 'Aging Male Syndrom'

Verwechseljahre des Mannes

Die so genannten Wechseljahre des Mannes gibt es nicht!

Schreiben zumindest Wissenschaftler im Edel-Fachblatt  New England Journal of Medicine nach einer Studie mit über 3000 Männern. Der Zusammenhang zwischen Testosteronmangel und Erscheinungen wie Müdigkeit, fehlender Leistungskraft und Antriebslosigkeit sei nicht verifizierbar. Nur drei Symptome seien tatsächlich Anzeichen für einen Mangel an Testosteron: das seltenere Auftreten von Morgen-Erektionen, ausbleibende sexuelle Fantasien und wiederkehrende Erektionsstörungen.

Das Männliche-Wechseljahre-Phänomen hat sich in den letzten Jahren zu einer regelrechten Epidemie unter mittelalten Männern ausgewachsen, jeder Mann Mitte 40, der sich ausgepumpt und müde fühlte, wurde nicht ganz selten besorgt zum Andrologen überwiesen und nicht ganz selten mit nicht ganz preiswerten Hormonpräparaten behandelt. Es gab viele Namen dafür, wie etwa: ADAM (Androgen Decline in the Aging Male) oder auch PADAM (Partial Androgen Decline in the Aging Male), auf deutsch also TMS (Testosteron-Mangel-Syndrom), das “Climacterium virile”, oder “Aging Male Syndrom”). Jetzt also wird diese schöne Gelddruckmaschine der Fälscherei entlarvt? Hammer.

Interessant wird es nun, wenn man sich anschaut, wie diese Nachricht weiter verbreitet wird.

Aha, rufen da die einen, alles ein Mythos, gesponnen von Ärzteschaft und Pharmaindustrie. Und fordern: Männer, kloppt die Hormonpillen in die Tonne! Testosteron schlucken, nur weil Sie sich ein bisschen schlapp fühlen – da schießen Sie mit Torpedos auf Schlafmützen. Schließlich ist die grundlose Einnahme von Testosteron eine uneinschätzbare Gefahr für das Herz, die Prostata und die Blutfettwerte

Schau, schau, bemerken die anderen: “Forscher entdecken erstmals Symptome für die männlichen Wechseljahre.” Nämlich? Genau: Das seltenere Auftreten von Morgen-Erektionen, ausbleibende sexuelle Fantasien und wiederkehrende Erektionsstörungen. Das versehen mit dem Hinweis: Diese Erkenntnisse könnten Ärzten bei der Entscheidung helfen, Testosteron-Therapien zu verschreiben.

Fragt Mann sich: Hab ich jetzt Wechseljahre oder nicht? Kriege ich jetzt mein Testo-Präparat noch? Schließlich strampele ich damit am Hang auch 30 Prozent schneller und am Wochenende ist ein Jedermann-Rennen…

Es ist unbestritten und wenig überraschend, dass sich die darbende Pharma-Industrie gerne auf diese typische Mangelerscheinung im Alter stürzt und aus dem natürlichen Testosteron-Schwund eine Krankheit macht. Da wird pathologisiert, bis der Rezeptblock ratscht.

Die Studie im New England Journal ist aber auch mit Vorsicht zu genießen. Denn darin wird nicht erklärt, warum etwa Prostata-Krebs-Patienten, die mit Testosteron-Unterdrückern behandelt werden, häufig über ähnliche Symptome klagen wie Frauen in den Wechseljahren: Gesichtsrötung, Schwächegefühl, Hitzewallungen. Ganz ohne Wirkung auf das allgemeine Wohlbefinden muss der Testosteronmangel also nicht bleiben.

Dennoch sollten Sie einen Tick optimistischer in die Zukunft sehen als Herbert Stumpf vom 50plusconsulting-Blog, der zu diesem Thema sagt: “Mit dem Alter kommt die Schwäche – und am Ende der Tod.”