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Tag: JensHealth tagged with 'Aktivität'

Keine Bewegung!

So, da bin ich wieder. War wohl kurz ins Sommerloch geplumpst. Oder ich bin der hier in Hamburg herrschenden allgemeinen Inaktivität zum Opfer gefallen, die gerade die DKV und die Sporthochschule Köln in einer Studie entdeckt haben. Allen Bundesländern wird darin ein Gesundheits- und Fitnesszeugnis ausgestellt – und nicht allen ein gutes.

In den publizierten Daten sind viele Horror-Nachrichten versteckt. Etwa: 40 Prozent der Deutschen erfüllen beim Thema Bewegung nicht einmal die Mindestanforderungen der WHO (30 Minuten moderate Bewegung an fünf Tagen der Woche, jeweils mindestens zehn Minuten am Stück).

Angeblich führen nur 14 Prozent der mehr als 2500 Befragten ein rundum gesundes Leben. Und der Hammer: Frauen sind in dieser Gesund-Gruppe fast doppelt so stark vertreten wie Männer. Klingt komisch? Wird noch besser: Männer treiben laut Studie sogar im Durchschnitt deutlich mehr Sport – trotzdem liegen sie insgesamt gesundheitlich hinten. Denn Frauen ernähren sich gesünder, und bei ihnen ist die “Gesamtaktivität” höher, sprich: die Summe aus Arbeit, Transport und Freizeit. (Nein, die Aktivität der Sprechwerkzeuge wird nicht gesondert erhoben.) Faule, verfressene Männer also, aha.

Was machen wir daraus? Sollten Sie also öfter mal mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren und Ihrer Liebsten das Auto überlassen? Kann nicht schaden – aber wahrscheinlich fährt sie eh lieber weiter mit ihrem eigenen Wagen. Außerdem bin ich mir irgendwie sicher, dass bei der Studie nicht allzu viele Men’s-Health-Leser teilgenommen haben. Wie sonst ist es zu erklären, dass bei 44 Prozent der Befragten Übergewicht festgestellt wurde?

Interessant ist, dass die Sachsen sowohl bei der körperlichen Aktivität Spitzenreiter sind – als auch beim Übergewicht. Wie soll das gehen? Essen die beim Training einfach weiter? Schokolade beim Fußball? Fit mit Chips? Nein, sagen die Studien-Autoren. Zu viel körperliche Arbeit, was zu wenig Abwechslung bietet, und zu wenig Sport. Sowie natürlich die falsche Ernährung. Sprich: Man kann noch so ranklotzen – wenn es abends immer nur Buletten gibt, wächst die Wampe. Okay, akzeptiert. Trotzdem: Wer will den Sachsen vorwerfen, dass sie hart arbeiten? Und danach auch ordentlich etwas essen wollen?

Jedenfalls verwässern die Zahlen aus Sachsen ein wenig den Wert der Studie. Denn wie soll ein Aufbäumen durch die Hamburger Truppen gehen, die in puncto Inaktivität erbärmlich als Letzte abschnitten, wenn sie immer noch sagen können: “Pffft. Die Sachsen bewegen sich vieeeel mehr als wir – und sind trotzdem zu dick.”

Na, wenigstens ich habe mich jetzt mal aufgerafft, wenn auch die Nutzung der Schreibwerkzeuge ebenfalls kein expliziter Teil der “Gesamtaktivität” ist.