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Liebesleben auf der Resterampe: Warum Traumfrauen so oft mit Mistkerlen zusammen sind

Eine alte, immer wieder doofe Geschichte: Sie lernen die absolute Ober-Über-Traumfrau kennen – und sie ist schon vergeben. Ihr Lover ist zu allem Überfluss der totale Mistkerl, der ihr fremdgeht, sie schlecht behandelt und sie in zärtlichen Momenten “Pussy” nennt. Aber sie hängt an ihm wie die Prada-Tasche an ihrem Arm. Warum ist das so? Weil Frauen gern schlecht behandelt werden? Nein, ziehen Sie bloß nicht die falschen Schlüsse, werden Sie bloß nicht selbst zum Dreckstyp! Der Grund ist so einfach wie unglaublich: Sie hat Angst davor, allein zu sein. Forscher an der University of Toronto haben nun in einer Studie gezeigt, dass diese Furcht bei vielen Menschen dazu führt, dass sie mit Partnern zusammenkommen und -bleiben, die sie schlecht behandeln. Übrigens: auch Männer. Dabei spielt es oft keine Rolle, wie attraktiv die Betroffenen selbst sind. Die Angst vor dem leeren Bett siegt da oft über die Vernunft.

Die Befürchtung, leer auszugehen, kennen wir alle. Die treibt uns ja oft und immer wieder ins Unglück. Menschen trinken lieber gepanschten Alkohol, der sie blind macht, als gar nicht zu feiern. Menschen essen gesundheitsschädigende Burger, Pizza, Currywurst und Fritten, weil sie Angst haben, bis zum Frühstück zu verhungern. Immer noch besser als draufzugehen, nicht wahr. Die Not ist oft in Wochenendnächten am größten, wenn betrunkene, durchgehungerte Horden bei den einschlägigen Futter-Buden und Bulettenbrätern einfallen und in akuter Todesangst kiloweise Fett-Fraß bestellen. Dieselben Leute sind es interessanterweise, die dann später in den Clubs und Kneipen die Reste am Tresen abräumen, sowohl in getränketechnischer als auch paarungsbezogener Hinsicht. Treibende Kraft: Die Angst vor Durst und Vereinsamung. Aus diesem Liebesleben auf der Resterampe entstehen dann womöglich genau so halbgare Paarbeziehungen, aus denen manche(r) später nicht auszubrechen wagt.

Das ist natürlich alles übertrieben. Ich will nur sagen: Niemand verhungert gleich, wenn er mal nicht zu McDonald’s geht. Man kann auch ohne Alkohol Spaß haben. Und niemand stirbt gleich einsam, nur weil er eine nervige Beziehung beendet. Ich war selbst oft genug auf der Resterampe erfolgreich (oder bin selbst von dort abgeräumt worden), um zu wissen: Manche Liebelei sollte niemand zu sehr in die Länge ziehen, das ist nur Zeitverschwendung. Nichts lässt uns mehr wachsen, als eine verkorkste Beziehung aus freien Stücken hinter uns zu lassen. Es muss Sie nicht weiter beschäftigen, dass so viele Traumfrauen das so spät oder gar nicht verstehen. Denn solche Frauen sind für Sie nicht interessant. Eine Frau, die einem Mistkerl nachweint, müssen Sie nicht retten oder beschützen. Die müssen Sie allenfalls bedauern. Das Paradoxe an der Sache: Wenn sich das bei allen Männern herumspricht, fürchtet die Traumfrau tatsächlich mit gutem Grund, nach der Trennung vom Mistkerl allein da zu stehen.

Vernunft oder Verrat? Viele Frauen wollen trotz Beziehung lieber alleine wohnen

Über diese Schlagzeile sollten wir reden: “Frauen wollen immer häufiger allein wohnen”. Das Alleine-wohnen-Wollen der Frauen hat interessante Gründe. Die befragten Single-Frauen wollen nämlich sehr wohl einen Partner, aber trotzdem ihre eigene Wohnung. Dieses “living apart together”, wie es neudeutsch heißt, bietet unabhängigen Frauen angeblich große Vorteile: Bessere Rückzugsmöglichkeiten, mehr Raum für Selbstverwirklichung, insgesamt größere Freiheit. Da drängen sich mir gleich schrillbunte Bilder auf, Bilder von männerlosen Wollsocken-Kuscheleien mit “Sex & the City”-DVDs, Jane-Austen-Romanen und landlüsternen Magazinen, von Wohn-Dekorationsorgien und hemmungslos Prosecco-feuchten Mädelsabenden. Nun denn, bitte. Sehr gerne.

Das Gleiche gilt dann schließlich auch für Männer. Rückzugsmöglichkeiten? Das heißt auf männlich doch schlicht: Einfach mal ein paar Tage nicht ans Telefon gehen, wenn die Freundin nervt. Mehr Raum für Selbstverwirklichung? Endlich mal wieder den Abwasch ein paar Tage stehen lassen – und die feuchten Sportsocken noch oben drauf werfen. Und über Freiheit und deren umfassende Nutzungsmöglichkeiten müssen die Mädels den Männern nun wirklich nichts erzählen. Mal abgesehen davon, dass jede Beziehung eine einzige Abfolge von “Zu-mir-oder-zu-dir”-Situationen sein wird, hat das Ganze unleugbare Vorteile: Weniger 0,1-%-Fett-Joghurt-Töpfe im Kühlschrank und darum mehr Platz für Bier, keine IKEA-Möbel mehr zusammenbauen, weniger Streit um die Fernbedienung, nie mehr Warten bis das Bad frei wird…

So sei es denn. Ich bin gespannt. Ich bin wahnsinnig gespannt. Ich bin so über-die-Maßen gespannt, wann eine dieser Frauen die Stirn hat, ihrem sie besuchenden Mann zu sagen, er solle sich nicht so anstellen und doch wenigstens mal ihren Müll mit nach unten nehmen, wenn er hier schon dauernd rumhänge… Da heißt es dann ganz schnell “living apart apart”.