Was für ein unwürdiges Schauspiel.
Die Frauen in den Bundestagsfraktionen von Union und FDP könnten am Donnerstag mit ihren Stimmen den SPD-Antrag für eine 40-prozentige Frauenquote in Aufsichtsräten durchbringen und damit endlich aus eigener Kraft das schaffen, wofür die geballte Frauenpower des Landes seit Jahren zetert, kreischt und kämpft. Aber anstatt geschlossen und bestimmt aufzutreten, winden sie sich. Es gilt als wahrscheinlich, dass sich die meisten dem Koalitionszwang beugen, sprich: wegducken. Na, dann können wir letztlich froh sein, wenn die Quote nicht kommt. Ducken und verstecken ist in Aufsichtsräten nicht gerade eine förderliche Grundhaltung.
Ich bin ja nicht grundsätzlich gegen die Quote. Ich wüsste einfach gern, ob wirklich alles besser wird, wenn sie kommt. Also bitte. Aber angeblich soll die Frauenquote doch ein Instrument sein, das nur einen Zustand herbeiführt, der den gesamtgesellschaftlichen Gegebenheiten entspricht. Sie soll die Zwangsherrschaft der Männer durchbrechen und den Frauen zu ihrem Recht verhelfen, zu dem, was sich alle Frauen wünschen: Gleiche Rechte, gleiche Chancen, gleiche dicke Vorstands-Audis. Da sieht es aber doch einigermaßen komisch aus, wenn die gewählten Volksvertreterinnen egal welcher Partei sich nicht entschließen können, für diese Quote zu stimmen. Da fragt man sich: Wollen gar nicht alle Frauen die Quote? Wenn doch, warum kämpfen sie dann jetzt nicht?
Mir fällt dazu ein, was ein 5-jähriger Junge kürzlich bei der Ostereier-Suche zu einem kleinen Mädchen gesagt hat, als schon fast die ganze Schokolade gefunden war. Er sprach mit Blick auf sein prall gefüllten Sammel-Korb und den des Mädchens die weisen Worte: “Wenn es nämlich keine Verstecke mehr gibt, dann zeigt sich, wer die meisten Eier hat.”
Genau so ist es.

Auf diesen Seiten bloggt Jens Clasen, Textchef von Men's Health, über Männer-