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Tag: Liebe

Zu frühe Liebe kann nicht nur Ihr Herz brechen lassen, sondern auch Ihre Knochen

Wenn Sie zu jung heiraten, besteht die Gefahr, dass die Frau Ihnen nicht nur das Herz bricht, sondern auch Ihre Knochen brüchig werden lässt, wie eine große Vergleichsstudie jetzt gezeigt hat. Männer, die erst nach dem 25. Geburtstag zum ersten Mal heiraten, haben demnach wesentlich stabilere Wirbelknochen als solche, die früher einer Frau das Ja-Wort gaben. Bei Männern, die früher heirateten oder eine lange Partnerschaft eingingen, stellten die Forscher sogar fest, dass die Knochenstabilität mit jedem Jahr, dass sie vor ihrem 25. Geburtstag geheiratet hatten, abnahm.

Ich weiß, was Sie jetzt für Assoziationen haben: “Die Frau saugt ihn aus bis aufs Mark!” Oder: “Die Liebe schlägt ihm auf die Knochen.” Tatsächlich vermuten die Forscher, dass die Verschlechterung in der Knochendichte etwas mit dem Stress zu tun hat, den ein junger Mann oder gar Familienvater hat. Was mich wundert: Angeblich soll die Liebe doch so gesund sein? Und angeblich soll Familie doch glücklich machen? Und angeblich ist es doch besser, früh mit der Familie loszulegen, wenn man noch jung und belastbar ist? Diese Studie zeigt, dass an all diesen Punkten etwas faul sein könnte.

Viel wichtiger ist jedoch wie immer eine andere Frage: Was wollen Ihnen die Forscher konkret damit sagen? Vielleicht: “Liebe Männer, bitte bindet euch nicht zu früh, vögelt lieber unverbindlich in der Gegend rum, bis ihr 25 seid!” Stellen Sie sich doch mal einen Mann vor, der mit Anfang 20 seine absolute Traumfrau trifft. Die sagt zu ihm: “Ich will mit dir zusammen sein, jetzt sofort und für immer. Ich will mit dir wahnsinnig tollen Sex haben, dich heiraten und deine Kinder kriegen.” Was soll er da antworten? “Öh, das ist voll nett von dir und so, aber das ist schlecht für meine Knochen. Könntest du zu meinem 25. Geburtstag nochmal vorbeischauen? Du bist herzlich eingeladen!” Nee, oder? Sie sehen: Die Forschung geht oft an den Bedürfnissen des Lebens vorbei. Ich sage: Vergessen Sie’s. Wenn Ihnen von der Liebe die Knochen knacken, kann es Ihnen so schlecht nicht gehen.

Männer suchen im Internet immer nur das eine, Frauen das andere, aber letztlich beide das gleiche

Frauen suchen im Internet die Liebe, Männer suchen nach Sex. Das ist das Ergebnis einer Studie der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Sie fragen sich: Wo ist da jetzt der Unterschied? Ganz unberechtigt ist Ihre Verwunderung nicht, aber ich erkläre es Ihnen. Gemeint ist, dass Frauen sich eher in Partner-Portalen und Single-Börsen tummeln, während Männer verstärkt so genannte “Casual Dating”-Angebote anschauen, also Seiten für schnellen unverbindlichen Sex. Ob sie diese auch konkret nutzen, sagt die Studie allerdings nicht. Single-Börsen besuchen 35 Prozent der Männer und 51 Prozent der Frauen. 41 Prozent der Männer schaut sich hingegen beim Casual Dating um, das tun nur 15 Prozent der Frauen.

Das bedeutet zum einen, dass viele Frauen, durch deren heiße halbnackte Fotos Sie sich da auf der Seitensprung-Seite durchgeklickt haben, wahrscheinlich Fake-Profile sind. Vielleicht von dicken, haarigen Männern, oder von professionellen Frauen – oder von der Uni München. Das bedeutet aber auch: Es gibt einen beträchtlichen Anteil Frauen – immerhin fast jede Sechste – die solche Schnellschuss-Seiten aufsuchen. Ich frage mich: Warum heißt es trotzdem immer, dass alle Männer bloß nach Sex Ausschau halten – und Frauen seien da ganz anders? Wieso sind 41 von 100 Männern, die sich auf Casual-Dating-Seiten tummeln, notgeile Säcke – 15 von 100 Frauen, die das Gleiche tun, aber nicht? Es heißt immer, bei Männern wäre es nicht so schlimm, wenn sie viele wechselnde Sexualpartner haben, nur Frauen müssten da vorsichtig sein, wegen ihres guten Rufs. Meiner Meinung nach haben viele Frauen in Hinblick auf die Bett-Aktivitäten längst zu den Männern aufgeschlossen – nur in der öffentlichen Darstellung wird das gerne ausgeblendet. Und auf dem angeblichen Überinteresse der Männer an Sex wird immer weiter herumgehackt.

Ein Punkt fällt bei dieser Untersuchung komplett unter den Tisch: Wer sagt denn, dass Leute, die sich auf Partnerbörsen tummeln, nicht auch auf Sex aus sind? Oder ihn zumindest nicht ablehnen, wenn sich die Gelegenheit bietet? Wer glaubt denn, dass jeder Online-Dating-Kontakt sofort in eine Beziehung mündet? Ein zugegebenermaßen sehr gut aussehender Kumpel von mir hat eine Weile mit mehreren Profilen auf verschiedenen solcher Portale “geangelt”, wie er es nannte, und hatte jedes Wochenende eine andere Frau im Bett. Beziehungsweise die Frauen ihn. Er musste nicht einmal lügen, dass er sie heiraten wollte, war von Anfang an ehrlich und offen. Ein schönes Essen, ein romantischer Abend, eine heiße Nacht – aus und okay. Und was sagte er, warum er kein “Casual Dating” praktiziert? “Das ist mir viel zu oberflächlich, Alter. Da geht es doch immer nur um Sex.” Hat der die Frauen verstanden? Keine Ahnung. Jedenfalls holt er sie da ab, wo sie stehen.

Frauen kaufen teure Designer-Handtaschen, Männer glotzen anderen Frauen hinterher, und das alles aus demselben Grund

Darf ich Ihnen eine Frage beantworten, die Sie sich schon lange stellen? Die Frage lautet: Warum geben Frauen immer wieder irrsinnig viel Geld für Handtaschen aus? Sie habe sicherlich gedacht, das hätte mit dem allgemeinen Shopping-Wahn, weiblicher Konsumsucht oder modischen Verliebtheiten zu tun. Falsch. Aber Verliebtheit ist ein gutes Stichwort. Ich will ihnen also verraten, warum.
Sitzen Sie? Angeschnallt? Okay. Los.

Forscher der Carlson School of Management an der University of Minnesota (USA) wollen in einer Studie herausgefunden haben, dass Frauen mit teuren Designer-Produkten – unter anderem Handtaschen – anderen Frauen zeigen, dass sie in einer glücklichen Beziehung stecken. Sie signalisieren damit den anderen Frauen: “Lass die Finger von meinem Kerl!” Ach, wie süß. Verstehen Sie, was diese Studie sagt? Sie sagt, dass Frauen aus Liebe zu ihren Männern sündhaft teure Handtaschen kaufen. Ich muss gerade mal kurz hyperventilieren, Moment…

So, jetzt. WORAN SOLLEN WIR DENN NOCH ALLES SCHULD SEIN?! Im letzten Jahr der Klimawandel, im vorletzten Monat die Menopause, und jetzt die Handtaschen? Und morgen dann vielleicht Zellulite? Ich glaube, es hackt! Was müssen wir uns demnächst anhören? “Ich habe diese 999-Euro-Gucci-Tasche doch nur gekauft, weil ich dich liebe.”  Ja, es schmerzt – aber sie tun das doch nur aus Liebe zu uns! Ja, klar. Diesen Satz haben wir doch in anderen Zusammenhängen schon gehört, oder? Und selbst wenn: Nicht alles, was aus Liebe getan wird, ist auch liebevoll und gut. Im übrigen verstehe ich nicht, warum und wie eine Handtasche signalisieren soll, dass eine Frau mit einem Mann zusammen und zufrieden ist. Ist das so eine Art Zeichensprache? Wofür steht dann ein Rucksack? Oder ein Koffer?

Ist ja auch egal. Männer, wir haben jetzt zwei Möglichkeiten:
1. Wir vernichten diese Studie, tilgen ihre Ergebnisse aus dem Netz und brennen die Carlson School of Management nieder, damit niemals eine Frau von dieser Ungeheuerlichkeit erfährt. Aber ich glaube, dafür ist es bereits zu spät.
2. Wir erzählen allen Frauen aggressiv von dieser Studie – fügen aber jedes Mal laut und überdeutlich hinzu, dass dieselben Forscher auch herausgefunden haben, dass Männer NUR AUS LIEBE ZU IHREN FRAUEN zu viel Alkohol trinken, zu schnell Auto fahren, dauernd Fußball gucken, anderen Frauen hinterhergaffen, zu viel Geld und Zeit in technische Geräte investieren, sich zu wenig um den Haushalt kümmern und ihre schmutzigen Socken herumliegen lassen. Habe ich irgendwas vergessen?

Frauen schauen bei Männern aufs Geld, Männer schauen bei Frauen lieber woanders hin

Frauen wollen nur ihr Geld. Sage nicht ich, sagt eine Umfrage, die im Auftrag einer Bank erstellt wurde. Hier, lesen Sie selbst: 71 Prozent der befragten Männer sagten, dass Geld für sie bei der Partnersuche nicht wichtig ist, das gleiche sagten von sich aber nur 58 Prozent der Frauen. Allerdings wissen wir: Auch Banken wollen nur Ihr Geld. Also bitte mit Vorsicht genießen! Denn wahrscheinlich macht die Bank die Umfrage, damit Sie denken: Nee, bevor ich das Geld (m)einer Frau gebe, bringe ich es lieber auf die Bank – am besten gleich zu der Bank mit der Umfrage. Behalten Sie lieber Ihr Geld, lesen Sie erst einmal.

Denn trotz allem zeigt die Umfrage interessante Details.  Beispiele: Männer und Frauen halten sich jeweils für sparsamer als das andere Geschlecht. Allerdings sind die Frauen mit 41 Prozent weit mehr von sich als Sparstrumpf überzeugt als die Männer mit 27 Prozent. Klar, weil: Männer rennen ja viel öfter zum Shoppen in die City und bestellen viel mehr bei Zalando. Auch nett: Männer haben doch angeblich einen unromantischen Blick aufs Eheglück, ihnen wird nachgesagt  ”nur wegen der Steuer” zu heiraten. Von wegen: Beide Geschlechter schauen laut Umfrage beim Heiraten in gleichem Maße auf die Steuervergünstigungen (Männer zu 18, Frauen zu 15 Prozent). Einig sind sich die Geschlechter wenigstens darin, dass Männer in Finanzdingen risikobereiter sind als Frauen. Das sagten Männer wie Frauen zu je etwa 60 Prozent. Wer sich die Umfrageergebnisse genau anschaut, kann allerdings zu dem Schluss kommen, dass eines dieser Risiken für den Mann die Ehe ist. Denn: Nur 6 Prozent der Männer wünschen sich, dass ihre Frau mehr verdient als sie, das gleiche wünschen sich aber 18 Prozent der Frauen von ihren Männern. Der Mann soll also nach wie vor für fast ein Fünftel der Frauen der Hauptverdiener sein. Immer nur die Kohle im Kopf, ts, ts, ts.

Nun denn. Wie auch immer wir die Sache mit den Paaren und den Finanzen drehen, am Ende gilt wohl in Abwandlung ein altes Sprichwort: Beim Geld hört die Liebe auf – und die Ehe fängt an.

Männer riskieren alles für die Liebe, aber vor allem für den Sex

Endlich mal ein Studienergebnis, dem ich uneingeschränkt zustimmen kann: Männer riskieren mehr für die Liebe. Viel mehr jedenfalls als Frauen. Genau. Ist doch so.

Denken Sie nur an die blöden Drachen, die wir abschlachten mussten, um die doofen Prinzessinnen zu befreien. Lästige Feuerspeier, gar nicht ungefährlich, die Biester. Ein Mordsrisiko war das. Dann noch die Nummer mit dieser Trulla, die sich in der Zwergen-WG verschanzt hatte und ständig irgendwelches giftige Zeug in sich reingezogen hat – Schneenäschen hieß die doch, oder? Bis wir die wieder auf dem geraden Pfad und ihre Stiefmutter verarztet hatten, Jungejunge. Oder wie wir an den Haaren von dieser einen da hochklettern mussten, wie hieß sie noch – Rapostel? Voll strähnig und fettig waren die. Junge, was sind wir da immer abgerutscht und auf den Hintern gekracht. Von wegen Schauma 7 Kräuter. Schauma Aua Popo. Und dann nicht zuletzt diese ganzen Schwertgefechte und Duelle mit Rivalen. Alles nur für die Mädels. Und was tun die? Für uns? Deckchen besticken. Zöpfe flechten. So Haushaltskram halt. Dabei gehen die höchstens das Risiko ein, sich in den Finger zu pieksen. Machen die auch gleich, und schwupps! sind die ohnmächtig. Und nicht nur ein bisschen, nein, sondern gleich 100 Jahre. Und wir? Kämpfen uns für so eine Schnarchbacke durch das Dornengestrüpp, um die zu wecken. Und die? Hat natürlich gleich wieder nix anderes im Kopf als zu heiraten. Verdammte Axt. Nix als Ärger.

Ja, wir haben es schon schwer. Aber, hey: Mit uns ist zu rechnen. Wir ziehen die Nummer durch. Auf uns können die Mädels sich verlassen. Für die ist uns kein Risiko zu groß, kein Weg zu weit, keine Heldentat zu schwer. Ain’t no mountain high enough…

Oh.

Hätte ich diese Studie mal zu Ende gelesen. Da steht: Besonders Männer gehen Risiken ein, um an Frauen heranzukommen und Sex mit ihnen zu haben. In vielen Bereichen steigerten romantische Motive die Bereitschaft der Männer, ein hohes Risiko einzugehen. Beispiele: Extremsport, rücksichtslos Autofahren, ungeschützter Sex, Alkoholmissbrauch und andere ungesunde Lebensweisen.

Ach, öh, ach so. Die Risiken meinen die.

Die Liebe geht nicht immer durch den Magen, aber manchmal über Ihren Teller

Eine Online-Partnerbörse hat gerade mal wieder die schlimmsten Nerv-Faktoren in Beziehungen abgefragt. Die häufigste Antwort bei den Männern war “die Frau”, bei den Frauen “der Mann”. Nein, ernsthaft: Neben den üblichen Verdächtigen – sie redet zu viel, er hört nicht zu, er räumt nicht auf, sie shoppt sich kaputt – ist mir besonders eine Zahl ins Auge gefallen:

26 Prozent der Männer teilen mit ihrer Liebsten das Essen, auch wenn sie vorher behauptet hat, keinen Hunger zu haben.

Soso. Wie doof ist das denn? Seit wann helfen Pickel gegen Mitesser? Der Grund, warum Frauen erst nichts bestellen und dann beim Mann mitfuttern, ist doch nicht etwa Sparsamkeit. Nein, es geht um etwas ganz anderes. So können sie nämlich behaupten, sie wären ganz vernünftig gewesen und hätten ihre Figur geschont, weil: Sie haben ja nichts bestellt. Dann aasen sie wie Mähdrescher über Ihren Teller – und am Ende sind Sie der hungrige Dumme. Diese weiblichste Form des Selbstbetrugs sollten Sie nicht auch noch unterstützen!

Obwohl… Vergessen Sie’s. Lassen Sie sie mitessen. Darin stecken tatsächlich mehr Chancen, als ich zunächst dachte. Mal abgesehen davon, wie nett und lieb das von Ihnen ist, erhöht es sicherlich auch Ihre Chancen auf Sex. Denn wenn sie sich mit Ihnen Ihr Essen teilt, obwohl sie vorher behauptet hat, keinen Hunger zu haben – dann teilt sie vielleicht auch hinterher mit Ihnen Ihr Bett, obwohl sie vorher behauptet hat, keine Lust auf Sex zu haben. ;-)

2013 ist kein gutes Jahr zum Verlieben – also greifen Sie lieber 2012 noch zu!

Sind Sie auf der Suche? Nach der großen Liebe? Dann aber schnell!

Einer Umfrage zufolge wollen sich 51 Prozent aller Singles im Jahr 2013 neu verlieben. Das ist, mit Verlaub, nicht gerade viel. Es ist eher überraschend wenig. Im allgemeinen stellt man sich unter einem Single ja eher jemand Geiferndes, Sabberndes vor – äh, ich meine natürlich: Jemand Suchendes, Sehnendes. Und nun interessiert sich gerade einmal die Hälfte der Alleinstehenden für die Liebe. Kann das sein? Haben die nur trauernde Witwen befragt?

Nein, ich glaube eher, es hat etwas mit dem Veranstalter der Umfrage zu tun: Das war nämlich so ein Online-Dating-Portal. Bei den 49 Prozent, die sich für 2013 nicht die große Liebe wünschen, waren sicherlich einige dabei, die gedacht haben: “Nää, wenn ich da jetzt sage, ich will mich 2013 verlieben, ballern die mich gleich wieder mit Werbemails zu und schicken mir die Zombies von ihrer Resterampe. Nee, nee. Lieber nicht.”

Vielleicht hat es auch mit der Zahl zu tun: 2013 klingt für manche Abergläubische sicherlich per se nicht nach Glückszahl, auch nicht für die Liebe. Aber ein ganzes Jahr ohne Liebe? Na, da fällt manchem sicherlich so etwas ein wie “Liebe unter Vorbehalt”. Und erst 2014 wird es dann offiziell. Überhaupt haben die kommenden Jahre liebestechnisch einen großen Nachteil: Keine schönen Datumszahlen für die Hochzeit. Der 20. 12. 2012 ist der letzte coole Termin. Obwohl… So manche(r) plant vielleicht schon für den 20. 13. 2013 eine Riesensause. Aber hält uns ein uncooles Datum schon vom Verlieben ab?

Egal. Unterm Strich heißt das alles: Wenn Sie eine Frau suchen, haben Sie jetzt die besten Chancen. Bessere als 2013 jedenfalls. Immerhin wollten sich Anfang des Jahres 2012 noch 78 Prozent der deutschen Singles verlieben. Die sind bestimmt noch nicht alle weg. Da ist noch einiges an guter Qualität auf der Resterampe. Also: Noch 12 Tage bis Jahresende. Viel Glück!

Braucht die Liebe ein Diplom? Ein Flirt ist doch kein Vorstellungsgespräch!

Fragen Sie eine Frau beim ersten Date sofort nach ihren Schul- und Universitätsabschlüssen? Und legen Sie brav alle Zeugnisse vor, wenn sie diese Frage an Sie richtet? Nein, natürlich nicht, denn ein Flirt ist kein Vorstellungsgespräch, und die Liebe braucht keine Zeugnisse.

Die Ausbildung spielt allerdings – zumindest statistisch gesehen – immer schon eine Rolle bei der Auswahl des richtigen Partners. Frauen heiraten traditionell eher nach oben, also Männer, die besser ausgebildet sind. In Zeiten, da Frauen mehr Universitätsabschlüsse machen als Männer, wird das natürlich schwierig. Bleiben die ganzen Diplomandinnen und Doktorinnen nun Singles? Werden sie alle lesbisch? Mitnichten, wie eine internationale Studie der Autonomen Universität Barcelona, jetzt zeigte: Die Menschen passen sich den veränderten Verhältnissen an, und Frauen heiraten ausbildungstechnisch auch öfter mal nach unten. Oh, Wunder, wie gnädig.

Das Ergebnis legt vor allem eines nahe: Ein Universitätsabschluss macht nicht klüger, er lässt einen nur klüger aussehen. Auch die meisten Männer haben ja früher nicht gezielt nach dummen Frauen gesucht, die wären in ihrer Ehe ja verrückt geworden. Es waren einfach weniger Frauen an der Uni, das war Alltag. Trotzdem waren die Frauen klug, nur eben nicht zertifiziert klug. Frauen wollten umgekehrt auch keine Männer, die klüger waren als sie, sondern solche, die gut genug ausgebildet waren, um mit einem entsprechend hochqualifizierten Job eine Familie zu ernähren. So waren die Zeiten. Heute können mehr Frauen selbst Karriere machen und Geld verdienen – da klappt’s bei der Frau Magister in der Liebe auch mal mit einem weniger gut ausgebildeten Mann, ohne dass sie sich Sorgen um ihre Zukunft machen muss.

Wir lernen also, was wir längst wussten: Eine Frau mit Uni-Diplom kann einen Klempner lieben. Der macht ihr dann ganz abschlussfrei den Abfluss frei. Und wer hier jetzt zuerst irgendwas mit “Rohren” und “verlegen” in den Kommentaren postet, hat verloren!

Je früher der Sex, desto unglücklicher die Beziehung? Riskieren Sie’s!

Mit einer Frau, mit der Sie bereits beim ersten Date ins Bett steigen, werden Sie nicht glücklich. Das haben Sie schon einmal gehört? Okay, jetzt kommt es aber noch schlimmer: Mit einer Frau, mit der Sie in den ersten sechs Monaten Ihrer Beziehung ins Bett steigen, werden Sie auch nicht glücklich – jedenfalls nicht so glücklich, als wären Sie vorher ein halbes Jahr gemeinsam enthaltsam. Das behaupten jedenfalls Forscher der Cornell University in den USA. (Nein, die wird nicht von christlichen Fundamentalisten finanziert.) Die Begründung: Wer sich mit dem Sex mehr Zeit lässt, lernt sich besser kennen, kann dann später besser aufeinander eingehen. Wer zu früh Sex mit der neuen Freundin habe, lasse sich womöglich von sexuellen Gelüsten leiten und übersehe andere, sehr wichtige Dinge. Soso.

Stellen Sie sich doch bitte einmal vor, Sie sagten nach dem ersten zaghaften Kuss zu Ihrer Angebeteten: “So, Liebling, das soll es jetzt aber auch für die nächsten sechs Monate gewesen sein. Wir wollen doch nicht unser späteres gemeinsames Auskommen für ein paar lächerliche Stunden der Wollust riskieren, oder? Wie mein Herr Papa so oft sagte: Immer auch an die Rente denken!” Unmöglich!

So vernünftig das am Reißbrett aussehen mag: Ist es denn nicht gerade der Reiz einer Liebesbeziehung, dass man die Vernunft über Bord schmeißt, sich gehen lässt, zügellos übereinander herfällt, sich miteinander aneinander erfreut? Ich könnte verstehen, wenn es hieße, mal solle nicht die ersten sechs Monate ausschließlich Sex haben, sondern sich auch Zeit für andere Dinge nehmen. Man könnte sich ja auch einfach vor Beginn der Beziehung mit dem Kennenlernen Zeit lassen. Andererseits: Es ist doch nicht so, dass ein Paar, dass miteinander ins Bett geht, nicht auch ansonsten nett und einfühlsam miteinander umgeht. Ich kann mir eher vorstellen, dass ein Mann, der sechs Monate auf die Folter gespannt wird, unaufmerksam und unbeherrscht ist. Und oft einfach unangenehm sabbernd in die Gegend starrt. Da  gilt beim Heißen Starrer das gleiche wie beim Grünen Star (Glaukom): Wenn der Druck raus ist, ist die Sicht oft klarer.

Nichts gegen eine selbstauferlegte Quarantäne von ein paar Wochen. Auch bei Paaren, die zum ersten Mal das Glück der Liebe erleben, bin ich sehr dafür, sich Zeit zu lassen. Aber immer und bei allen sechs Monaten warten? Das wird nichts. Das machen noch nicht einmal die Frauen mit.

 

Hass aufs erste Date? “Speed Hating” ist Blödsinn

Neuerdings können sich Männer und Frauen zum “Speed Hating” treffen. Das ist Speed Dating mit einer Vorgabe: Beide reden über Dinge, die sie hassen – und entdecken so gemeinsame Abneigungen. So etwas schweißt zusammen. Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Da trifft die Agrar-Lobby-Kritikerin auf den verkappten Öko, die Fußball-Hasserin auf den Triathleten ohne jedes Ballgefühl – und natürlich Philipp Rösler auf Claudia Roth, die beide die Piraten hassen.

Das ist so doof wie neu – und schnell wieder weg. Denn es fällt nicht schwer, in 5 Minuten Dinge zu finden, die beide verachten (Umweltverschmutzung, Terrorismus und Insektenstiche funktionieren im Zweifelsfalle immer). Schwierig ist es, die 20 oder 30 Jahre danach gesprächstechnisch zu gestalten.

Das Konzept birgt außerdem Gefahren. Was passiert, wenn ein Mann beim Hate-Date von seinem inbrünstigen Hass auf Borussia Dortmund anfängt – und die Frau Fan des BVB ist? Im übrigen lädt die Bezeichnung “Speed Hating” zu Missverständnissen ein. Stellen Sie sich vor, da setzt sich ein Mann zu einer Frau an den Tisch. Sie fragt: “Hallo. Und was kannst du nicht leiden?” Er: “Frauen. Ich hasse Frauen. Darum dachte ich, Speed Hating wäre genau das Richtige für mich, du blöde (pieeep)!” Na, danke. Und dann stelle ich jetzt noch ganz kitschig die Sinnfrage: Wo soll eine Liebe hinführen, die im Hass wurzelt? Nein, sorry. Keine Chance.

Übrigens: Wenn es nur darum geht, einen Reim auf “Dating” zu finden, schlage ich “Speed Rating” oder “Speed Mating” vor. Beides ist ehrlicher – wenn auch nicht unbedingt romantischer.