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Tag: Quote

Quote adé? Frauen wollen angeblich nur 36 Minuten am Tag arbeiten

Die wohl raffinierteste, perfideste, in ihrer Abgründigkeit schon beeindruckende Waffe gegen die Frauenquote kommt aus den USA und wird gerade an einer Leine durch den deutschen Medienpark geführt. Es ist ein “Modell” des perfekt verbrachten Tages – für Frauen, wohlgemerkt. Darin ist – auf der Grundlage von Befragungen mit über 900 Frauen – minutengenau aufgeführt, wie viel Zeit die Frauen idealerweise für welche Tätigkeit aufwenden möchten: 106 Minuten Liebesbeziehung, 82 Minuten fürs Treffen mit Freunden, 78 Minuten entspannen, 75 Minuten essen, 68 Minuten Sport, 57 Minuten telefonieren, 56 Minuten Shopping, 55 Minuten fernsehen und 46 Minuten Mittagsschlaf. Das Gift dieser Waffe entfaltet sich auf dem vorletzten Platz. Dort steht: 36 Minuten Job.

Ich sage nicht, dass Männer gern 12 Stunden am Tag arbeiten. Wobei ich schon ziemlich gerne hier sitze, und das auch gerne ein Vielfaches von 36 Minuten. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es auch Männer gibt, die lieber shoppen und telefonieren als zu arbeiten – wobei Männer daraus vielleicht gleich wieder einen Job machen und sich dann “Trader” nennen.

Aber das ist nicht das Böse an dieser Studie. Das Böse ist, dass sie nur in Bezug auf Frauen erstellt wurde. Und dass hängen bleibt: Frauen wollen am Tag nur 36 Minuten arbeiten. Noch perfider ist es, dass die Hausarbeit in diesem Modell sogar mehr Zeit einnimmt als die Erwerbsarbeit, nämlich 47 Minuten. Das liest sich wie: Putzen ist geiler als Karriere machen. Dass dies vielleicht den langweiligen und unbefriedigenden Jobs der befragten Frauen geschuldet ist – geschenkt. Am Ende bleibt hängen: In 36 Minuten am Tag lässt sich nicht viel reißen – und schon gar kein Aufsichtsratsposten wuppen. Insofern empfehle ich allen Kolleginnen, die diese Studie gerade weiter verbreiten: Obacht! No study’s perfect!

Dämpfer für Frau von der Leyen: Überhastete Einführung der Frauenquote schadet Unternehmen

Wie hieß es noch am Weltfrauentag? Frauen machen Unternehmen erfolgreicher? Das stimmt – nur bedingt.

Die überhastete Einführung einer Frauenquote schadet den entsprechenden Unternehmen. Das hat jetzt eine Studie der University of Michigan gezeigt.

Die Einführung der staatlichen Management-Quote in Norwegen binnen weniger Jahre habe zwar der Gleichstellung genutzt – dem Wert und der Performance der Unternehmen aber geschadet, so die Forscher. Und warum? Weil es nur wenige Frauen gab, die für solch verantwortungsvolle Posten qualifiziert waren – und darum junge, unerfahrene Frauen  in die Positionen gehievt wurden.

Der Grund dafür ist natürlich, dass viele dieser Unternehmen jahrelang zu wenig darauf geachtet hatten, genügend Frauen einzustellen und entsprechend auszubilden. Insofern könnte man sagen: Selbst schuld. Hättet ihr mal. Aber hat das brachiale Vorgehen den betroffenen Managerinnen genützt? Wäre ich eine dieser Frauen, würde ich mich bedanken, wenn ich plötzlich im Lichte der Öffentlichkeit die Buhfrau abgeben müsste für eine gescheiterte Quoten-Einführung. Man denke an die hoch geflogene und schnell geschasste Telekom-Managerin Anastassia Lauterbach. Insofern sage ich: Eile mit Weile.

Die Jahrtausende lange Unterdrückung der Frau war großes Unrecht. Aber es ist auch eine schlechte Idee, diese Jahrtausende jetzt auf Biegen und Brechen in knapp 100 Jahren aufholen zu wollen (1919 konnten deutsche Frauen erstmals auf nationaler Ebene wählen). Ich will ja auch, dass mehr Frauen in Aufsichtsräte und Vorstände einziehen. Aber lasst die armen Frauen doch erst einmal zu Ende studieren! Und ein paar Berufserfahrungen sammeln.

Es wäre doch in Anbetracht der Geschichte auch noch ziemlich schnell, wenn die Quote bis 2030 oder 2040 erreicht wäre, mit solider Vorbereitung. Dann sind zwar ein paar der Frauen, die jetzt am lautesten nach der Quote schreien, schon in Rente – aber vielleicht ist das ja auch ganz okay so.